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Inklusion in Arbeit für psychisch kranke Menschen

Gemeindepsychiatrie und SGB II - Dokumentation der Fachtagung am 1. Oktober 2009

Großes Interesse fand die 10. Fachtagung Sozialpsychiatrie des Paritätischen. Über 100 Personen nahmen an der Veranstaltung am 1.10.2009 in Düsseldorf teil. Mitarbeiter/-innen aus Mitgliedsorganisationen des Paritätischen und aus Arbeitsgemeinschaften und optierenden Träger des SGB II sowie Gäste andere sozialer Träger diskutierten die berufliche Integration von Menschen mit psychischen Erkrankungen und ihre Einbindung in das SGB II.

Elke Schmidt-Sawatzki, stellvertretende Vorsitzende des Paritätischen NRW, betonte in ihrer Eröffnungsrede, dass Menschen mit psychischen Erkrankungen ein fester Platz in der Umsetzung der Grundsicherung für Arbeitslose zukommt. Sie sind in die beruflichen Integrationsangebote passgenau einzubinden. Es gehe um die Wiedereingliederung in den allgemeinen Arbeitsmarkt. Und damit sind zwei Fachgebiete innerhalb des Paritätischen angesprochen: Die sozialpsychiatrischen Träger und die Mitgliedsorganisationen,
die beruflich integrierend tätig sind und ihre Dienstleistungen im Arbeitsmarkt erbringen.

Betroffene Personen machten im Interview mit dem Moderator Ralph Erdenberger, WDR deutlich, welcher Stellenwert die Integration in Arbeit für sie hat. Sie erlebten zwar eine wohlwollende Förderung in den ARGEN, allerdings wurde Ihre Beeinträchtigung durch die psychische Erkrankung oftmals nicht richtig eingestuft und berücksichtigt.

Das starre System des SGB II für die Zielgruppe zu verändern, forderte auch Prof. Dr. Stefan Sell, Direktor des Instituts für Bildungs- und Sozialpolitik an der Fachhochschule Koblenz. In seinem Vortrag wies er darauf hin, das Im SGB II nur sehr wenige bis gar keine langfristig angelegten Arbeits- und Beschäftigungsprojekte vorhanden sind, die psychisch Kranken einen „geschützten Rahmen“ anbieten können. Auch die Ein- und Aufbrüche in der Maßnahmebiografie müssten akzeptiert und beachtet werden. Bei der Finanzierung der Maßnahmen für die Träger ist diese Besonderheit ebenfalls zu berücksichtigen. Die Kompetenzen aus dem gemeindepsychiatrischen System sind nicht verbindlich und verlässlich einbezogen in das Grundsicherungssystem, sondern oft abhängig von personellen Zufälligkeiten

Rainer Radloff, Geschäftsführer der ArbeitPlus in Bielefeld GmbH (Arbeitsgemeinschaft nach dem SGB II) stellte positive Formen der Einbindung des örtlichen gemeindepsychiatrischen Systems und spezialisierten Arbeitsmarktträgern in Bielefeld dar.

Weitere positive Einzelbeispiele aus den Regionen konnten die Teilnehmer-/innen in den Arbeitsgruppen am Nachmittag erleben und in die tägliche Praxis mitnehmen.

Fazit der Veranstaltung
Die beiden Fachgremien „Sozialpsychiatrie“ und „Arbeit für Menschen mit psychischen Behinderungen“ des Paritätischen forderten, auch in Zeiten ansteigender Arbeitslosigkeit besonders benachteiligte Personengruppen am Arbeitsmarkt, wie Menschen mit psychischen Erkrankungen und Behinderungen, intensiv zu unterstützen. Sie müssen besser eingebunden werden und benötigen fachspezifische Angebote. Das Know how dafür haben die Träger der Freien Wohlfahrtspflege, die daran zu beteiligen sind.

Arbeitsgruppen

AG 1 Ex-In (Experienced Involvement)
Erfahrungen und Erkenntnisse Psychiatrie-Erfahrener als Qualifikation für berufliche Tätigkeit

Jörg Utschakowski Ex-In, Bremen
Moderation: Andreas Langer, Der Paritätische NRW
Kurzbeschreibung (205 KB) und Präsentation (1,3 MB)

AG 2 Clearingstelle
Vermittlung und Clearing von Kunden der ARGE Mettmann

Aktiv durch den Integrationsfachdienst (IFD)
Joachim Risch, IFD im VPD Verbund für Psychosoziale Dienstleistungen gGmbH ; Mettmann
Moderation: Anne Sprenger, VPD Mettmann gemeinnützige GmbH

AG 3 Integrationsunternehmen und JobPerspektive
Dauerhafte geförderte Beschäftigung psychisch Kranker durch„JobPerspektive“ (§ 16e SGB II) im Integrationsunternehmen

Heinz Nitsch, INTEGRA gemeinnützige GmbH , Lippstadt
Moderation: Eva Kemper, INTEGRA gemeinnützige GmbH, Lippstadt
Kurzbeschreibung (713 KB)
Integration unternehmen! 1.000 neue Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung in NRW - Flyer des NRW Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (460 KB)

AG 4 Erprobung in Arbeitsgelegenheiten
Maßnahmen zur Arbeitserprobung für Teilnehmer/-innen mit seelischen Behinderungen

Bartholomaeus Rymek, SPI Paderborn e. V.
Moderation: Thomas Tenambergen, Der Paritätische NRW
Kurzbeschreibung (79 KB)

AG 5 DiMa – DisabilityManagement
Fallmanagement für Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen und Netzwerkarbeit mit sozialpsychiatrischen Trägern in der ARGE Köln

Wolfgang Haacke, ARGE Köln
Moderation: Manfred Becker, Kölner Verein für Rehabilitation
Präsentation (689 KB)

Download

Hier die Präsentationen und Kurzbeschreibungen der Projekte zum Download. Fehlende Unterlagen werden in Kürze ergänzt.
Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Unterlagen das Urheberrecht der Referenten.

Flyer mit Programm

 

Vorträge
Eröffnungsrede von Elke Schmidt-Sawatzki, Vortrag Prof. Dr. Stefan Sell , Vortrag Rainer Radloff
Kurzbeschreibungen und Präsentationen [Mehr]
Einladungsflyer und Programm [Mehr]


 
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