Als unzureichend bewertet der Paritätische Gesamtverband den bisherigen Verlauf des vom damaligen Gesundheitsminister Rösler ausgerufenen Jahres der Pflege. Anlässlich seines jährlichen Pflegekongresses in Berlin fordert der Verband konkrete politische Schritte und stellt hierzu einen umfassenden Forderungskatalog vor. "Außer Fachgesprächen auf ministerieller Ebene, die das wiederholten, was bereits seit Jahren bekannt ist, ist bisher nichts passiert“, resümmiert der Vorsitzende des Paritätischen Gesamtverbandes Dr. Eberhard Jüttner. Sechs Monate seien bei der Lösung dringender pflegerischer Problemlagen verloren gegangen. Mitten im so genannten Jahr der Pflege zeige sich die Bundesregierung noch genauso indifferent wie vor einem Jahr.
Der Paritätische fordert die Bundesregierung auf, endlich konkrete gesetzliche Initiativen zur Verbesserung der Pflege in Deutschland einzuleiten. Jüttner: Wir haben kein Erkenntnisproblem, sondern ein politisches Handlungsdefizit.“ In einem 12-Punkte-Papier gibt der Verband dazu konkrete Empfehlungen ab. Schwerpunkte bilden die Behebung des Fachkräftemangels sowie die Abkehr von der Minutenpflege und die stärkere Berücksichtigung demenzieller Erkrankungen.
Ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff, der neben körperlichen auch kognitive und psychische Beeinträchtigungen umfasst, wird ebenfalls gefordert. Wesentliches Kriterium für die Bedarfserhebung wäre dann nicht mehr der Zeitaufwand für die körperliche Pflege, sondern vor allem der Grad der Selbstständigkeit, mit dem der oder die Pflegebedürftige noch im Leben steht. Der Verband fordert darüber hinaus den Ausbau der Pflegeversicherung zu einer Bürgerversicherung, die alle Personen und alle Einkommensarten einbezieht.
Paritätischen Empfehlungen zur Verbesserung der Pflegesituation
Der gesamte Text der Paritätischen Empfehlungen zur Verbesserung der Pflegesituation finden Sie auf der Internetseite des Paritätischen Gesamtverbandes:
www.der-paritaetische.de