Seite drucken   Sitemap   Mail an den Paritätischen NRW   Suchtipps   Hinweise zur Änderung der Schriftgröße  

Hilfen für pflegende Angehörige

Nach dem BARMER-GEK-Pflegereport 2010 zur Entwicklung der Pflegebedürftigkeit bleiben die pflegenden Angehörigen als "größter Pflegedienst der Nation" eine bedeutsame Gruppe. (siehe Pflegereport 2010 auf der Internetseite der BARMER-GEK unter Presse). Die pflegenden Angehörigen brauchen Unterstützung und Solidarität. Über 100 Gruppen für pflegende Angehörige in NRW arbeiten mit den Selbsthilfe-Kontaktstellen des Paritätischen zusammen (siehe www.selbsthilfenetz.de).

Vereinbarkeit von Pflege und Beruf

Paritätischer legt Konzept zur Unterstützung pflegender Angehöriger vor
Ein eigenes Konzept für ein Familienpflegegeld zur besseren Vereinbarkeit von Pflege und Beruf präsentierte der ParitätischeGesamtverband in Berlin. In Anlehnung an das Elterngeld sieht das Konzept einen Rechtsanspruch auf Freistellung vom Arbeitsplatz und eine staatliche Lohnersatzleistung vor. Der Verband fordert die Bundesregierung auf, sich mit dem Vorschlag ernsthaft auseinanderzusetzen und im weiteren Gesetzgebungsverfahren für ein Familienpflegezeitgesetz zu berücksichtigen. Derzeit werden rund 1,6 Millionen Pflegebedürftige ambulant zu Hause betreut. Nach Berechnungen des Paritätischen wären rund 1 Million Angehörige berechtigt, die neue Leistung in Anspruch zu nehmen.
Weitere Informationen: www.der-paritaetische.de

Pflegende Angehörige sind eine Stütze der Gesellschaft

Mit seiner Kampagne "Pflege geht jeden an" setzt sich der Sozialverband VdK Deutschland dafür ein, dass

  • pflegende Angehörige mehr Leistungen aus der Pflegeversicherung erhalten.
  • pflegende Angehörige Pflege und Beruf besser vereinbaren können.
  • Pflegebedürftige und ihre Angehörigen bessere Versorgungs- und Beratungsangebote erhalten.

Vor allem die Betreuung Demenzkranker in der Familie muss nach Meinung des VdK deutlich besser honoriert werden. Da viele Demenzkranke keine Pflegestufe zuerkannt bekommen, erhalten die Angehörigen kein Pflegegeld. In Deutschland gibt es etwa 1,5 Millionen pflegebedürftige Menschen - Kranke, Alte oder Menschen mit Behinderung -, die zu Hause in den eigenen vier Wänden von Familienmitgliedern gepflegt werden. Hinzu kommen rund 2,5 Millionen Hilfebedürftige, die regelmäßig häusliche Betreuung und Unterstützung benötigen, aber keine Leistungen aus der Pflegeversicherung erhalten.

Weitere Informationen: www.pflege-geht-jeden-an.de

Rat und Unterstützung für pflegende Angehörige

Die Veranstaltung der Selbsthilfe-Kontaktstelle des Paritätischen im Kreis Wesel am 17.11.2010 traf auf ein großes Interesse. Die Selbsthilfe-Kontaktstelle hatte in Kooperation mit den örtlichen Kranken- bzw. Pflegekassen pflegende Angehörige aus Moers und Neukirchen-Vluyn eingeladen. 120 betroffene Teilnehmer/-innen kamen mit einem Bündel an Fragen, die von Expertinnen und Experten beantwortet wurden. Beteiligt waren u.a. Mitarbeiter/-innen der Pflegeberatung der Krankenkassen, Pflegesozialberatungen, vom Kreis Wesel, von der Stadt Moers und vom VdK im Kreis Wesel. Außerdem konnten Betroffene ersten Kontakt zur bereits bestehenden Selbsthilfegruppe für pflegende Angehörige aufnehmen und sich auch für die Gründung einer neuen Gruppe eintragen.

Silke Niewohner von der Landesstelle für pflegende Angehörige in Münster hielt ein Impulsreferat und stand auch für Fragen zur Verfügung. So verpflichtet in NRW das Landespflegegesetz jeden Kreis bzw. jede kreisfreie Stadt, eine neutrale Stelle zur Pflegeberatung einzurichten. Diese Pflegeberatungsstellen müssen eine unabhängige und ausführliche Beratung zum Pflegeversicherungsgesetz sicher stellen; Ratsuchende werden hier über alle erforderlichen Hilfs- und Unterstützungsangebote unterrichtet. Links zu den Pflegeportalen der Kreise und Kommunen in NRW befinden sich auf der Internetseite der Landesstelle für pflegende Angehörige www.lpfa-nrw.de

Unterstützung durch die Selbsthilfe-Kontaktstellen in NRW
Um pflegende Angehörige kümmern sich auch die Selbsthilfe-Kontaktstellen in NRW: Unter dem Stichwort "Angehörige" gibt das SELBSTHILFENETZ rd. 90 Adressen in NRW aus, z.T. solche, unter denen noch mehr Gruppen angesprochen werden können: www.selbsthilfenetz.de
In den chronischen Indikationen können sich Angehörigengruppen jeweils unter der Indikation "verstecken", also Angehörige von MS-Kranken unter der Indikation MS. Die Kontaktstellen unterstützen auch die Gründung neuer Gruppen pflegender Angehöriger, z.B. mit dem "In-Gang-Setzer"-Ansatz. Speziell für den Bereich Demenzkranke gibt es Unterstützungsangebote der Alzheimergesellschaften. Der Landesverband der Alzheimer-Gesellschaften NRW e.V. (Mitglied im Paritätischen) bietet auf seiner Website ein umfangreiches Suchangebot : http://www.alzheimer-nrw.de/search.asp

Zwischen Pflegebett und Büro

Fachtagung zur Vereinbarkeit von Pflege und Erwerbstätigkeit in Hattingen am 27. Oktober 2009
Die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf bekommt einen immer größeren Stellenwert. Im Oktober 2009 fand eine Fachtagung dazu im Ennepe- Ruhr- Kreis statt. Der Paritätischen NRW beteiligte sich mit einem Vortrag zum Thema "Modelle der Pflege zu Hause“. Fachberater Franz Schumacher machte deutlich, dass ohne die pflegenden Angehörigen die Pflegeversicherung finanziell nicht tragbar wäre. Angehörige leisteten einen unschätzbaren Beitrag für das Gemeinwohl. Die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege sei jedoch überaus schwierig. Ambulante Pflegedienste könnten pflegende Angehörige bei ihrer schwierigen Aufgabe unterstützen.

Hier die vollständige Dokumentation der Pflege-Fachtagung

 

Selbsthilfegruppen für pflegende Angehörige [Mehr]
Vereinbarkeit von Pflege und Beruf: Paritätisches Konzept für ein Familienpflegegeld [Mehr]
Sozialverband VdK
Mitglied im Paritätischen [Mehr]
Der Landesverband der Alzheimer-Gesellschaften NRW e.V. (Mitglied im Paritätischen) bietet Unterstützung für Demenzkranke und ihre Angehörigen. [Mehr]
Der Paritätische Gesamtverband fordert eine Expertenkommission, um ein geeignetes Modell zu erarbeiten. Flexibilität für den Pflegenden und seine soziale Absicherung sowie Planungssicherheit für den Arbeitgeber sind Messlatten für ein Konzept. [Mehr]
Fachtagung zur Vereinbarkeit von Pflege und Erwerbstätigkeit Oktober 2009 [Mehr]


 
top