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"Ausbilden ist Zukunft - Paritätische Initiative Pro Ausbildung "

Ein Projekt gegen Jugendarbeitslosigkeit und Fachkräftemangel

Die Möglichkeiten von Vereinen und Unternehmen innerhalb der Gesundheits- und Sozialbranche duale Ausbildungsplätze zu schaffen, werden nach wie vor nicht ausgeschöpft. Gründe: Finanzielle Vorbehalte, schlechte Erfahrungen sowie Unkenntnis über staatliche Förderungen und Kooperationsmodelle. Dabei kann kaum eine andere Branche in Zukunft so vom demografischen Wandel profitieren. Voraussetzung: Es gibt genügend qualifiziertes Fachpersonal. Das Projekt „Ausbilden ist Zukunft – Paritätische Initiative Pro Ausbildung“ unterstützt Betriebe beim Aufbau und bei der Entwicklung von Ausbildungsstellen.

Intensive Beratung

Team

(v.l.n.r.:Jochen Hochkamer, Doris Rix, Erika Rosenwald, Juschka Schiffer, Christoph Abrahamczik, Stefan Otto-Bach)

Unser langfristiges Projektziel ist, in der Region Niederrhein sowie für die Emscher-Lippe-Region 100 zusätzliche betriebliche Ausbildungsplätze in der Sozial- und Gesundheitswirtschaft zu entwickeln und zu besetzen“, sagt Doris Rix, Projektleiterin des JOBSTARTER-Projektes „Ausbilden ist Zukunft“. Seit März 2008 läuft die zunächst auf zwei Jahre angelegte Beratungsinitiative, bisher sind 38 Stellen akquiriert worden.

Unterstützt wird Doris Rix in der Region Niederrhein von den Projektmitarbeitern Erika Rosenwald und Stefan Otto-Bach. In Emscher-Lippe arbeitet sie mit Hiltrud Klopries und Patrick Kalla zusammen. Die Suche nach engagierten Betrieben ist nicht immer einfach. „Die grundsätzliche Bereitschaft auszubilden ist bei den meis­ten unserer Ansprechpartner/-innen in der Gesundheits- und Sozialbranche gegeben“, erläutert Otto-Bach. „Allerdings scheitert dieses Vorhaben in vielen Fällen an fehlenden finanziellen Mitteln.“ Und an Unkenntnis, wie Erika Rosenwald ergänzt: „Die Möglichkeiten zur dualen Ausbildung sind in dieser Wachstumsbranche häufig unbekannt oder werden wenig genutzt. Unsere Aufgabe ist es, verdeckte Ausbildungspotenziale zu erschließen und den Betrieben Möglichkeiten aufzuzeigen, diese auch zu nutzen.“

Auf mögliche Förderungen hinweisen

Das Projekt bietet ein komplexes, kostenloses Dienstleistungspaket an. Kernpunkt hierbei: Eine umfassende Ausbildungsplatzentwicklung und ein darauf abgestimmtes Ausbildungsplatzmanagement. „Unser Angebot impliziert nicht, dass wir den Ausbildungsplatz bezahlen“, sagt Doris Rix, „sondern wir unterstützen die Betriebe und Vereine bei der Organisation und Durchführung der Ausbildung.“ Es ist sehr wichtig, dass die Auszubildenden in die „Unternehmenskultur“ passen. Für eine optimale Vermittlung nutzen die Projektmitarbeiter/-innen ihre persön­lichen Kontakte und arbeiten eng mit der Arbeitsagentur, den Kammern und Berufskollegs zusammen. Häufig nachgefragt werden auch Informationen zu Fördermitteln vom Staat. Rix: „Besonders für Vereine, deren finanzieller Spielraum begrenzt ist, sind staatliche Förderprogramme ein wichtiger Anreiz.“

Verbundsystem ermöglicht Ausbildung

Eine Möglichkeit für Betriebe, Vereine und Einrichtungen auszubilden, zeigt das Beispiel von Juschka Schiffer. Die angehende Kauffrau im Gesundheitswesen wird von der Gatherhof gGmbH und PariMobil gGmbH in Krefeld im Verbund ausgebildet. Stefan Otto-Bach erklärt: „Ein Ausbildungsverbund ist ein Zusammenschluss von Unternehmen, die den betrieblichen Teil des dualen Ausbildungssystems gemeinsam abdecken. Sie teilen sich sozusagen den Auszubildenden. Diese Form der Ausbildung ist häufig unbekannt, aber eine einfache Möglichkeit, einen Ausbildungsplatz zu schaffen.“

Die Vorteile liegen für Jochen Hochkamer, Geschäftsführer und Ausbilder bei der Gather­hof gGmbH, auf der Hand: „Die Verbundausbildung macht es für viele Betriebe in unserer Branche erst möglich, auszubilden. Allein könnten wir uns den Ausbildungsplatz nicht leisten.“ Außerdem werden so vorhandene Ressourcen effektiv ausgenutzt, wie Christoph Abrahamczik, Betriebsleiter und Ausbilder bei der PariMobil gGmbH ergänzt: „Es gibt Synergieeffekte, weil die verschiedenen Teilausbildungsmöglichkeiten optimal zum wechsel­seitigen Vorteil genutzt werden können.“

Auch für die 19-jährige Juschka Schiffer bietet die Verbundausbildung Chancen – hat sie so doch gute Möglichkeiten, Erfahrungen auf verschiedenen Feldern zu sammeln: „Durch meine Ausbildung in zwei Betrieben kann ich viele Facetten des Berufs kennenlernen und meine beruf­lichen Kenntnisse und fachlichen Fähigkeiten erweitern.“ Damit steigen auch die Übernahmechancen, und ihre späteren beruflichen Perspektiven verbessern sich.

Erfolgreiche Vermittlung

Projekt

Ein weiteres Beispiel für einen entstandenen Ausbildungsplatz findet sich in Krefeld. Die Bürger­initiative „Rund um St. Josef“ hatte eigentlich keinen finanziellen Spielraum, um einen Ausbildungsplatz anbieten zu können. Durch die Vermittlung von Stefan Otto-Bach und Erika Rosenwald konnte dieses Angebot doch noch geschaffen werden. Natascha Overmann(re.) macht zurzeit eine Einstiegsqualifizierung und wird danach als Kauffrau für Bürokommunikation ausgebildet. Vera Kaldewey (li.) ist ihre Ausbilderin bei der Bürgerinitiative.

Möglich wurde dies durch die Kommune Kerken, die eine der 69 Kommunen in Deutschland ist, die das Optionsmodell bei der Vermittlung von Arbeitslosen praktiziert. Eine „Win-win-Situation“, sowohl für die Einrichtung als auch für die junge Mutter von zwei Kindern.

Vorreiterprojekt für die Zukunft

Jochen Hochkamer macht das Projekt „Ausbilden ist Zukunft“ Hoffnung, vor allem, wenn er die derzeitige Ausbildungssituation mit anderen Branchen vergleicht: „Leider haben wir immer wieder mit Rahmenbedingungen zu kämpfen, die es uns schwer machen, die notwendigen professionellen Strukturen zu finanzieren. Dabei weiß jeder, wie sehr uns gut ausgebildete Kräfte schon in wenigen Jahren fehlen werden.“

Als Vorreiterprojekt sieht auch Doris Rix die Initiative: „Wir wollen aus der Erfahrung des Projektes heraus ein Praxishandbuch zur Ausbildung in der Sozial- und Gesundheitsbranche erstellen. Damit werden Informationen zur dualen Ausbildung über die Regionen Niederrhein und Emscher-Lippe hinaus allen paritätischen Mitgliedsorganisationen zugänglich gemacht. Denn für den Verband ist es wichtig, dass Jugendliche durch Ausbildung eine Chance erhalten. Aber auch, dass unsere Mitgliedsorganisationen durch gut ausgebildetes Fachpersonal vorbereitet sind auf zukünftige Anforderungen.“

Finanzierung

Das JOBSTARTER-Projekt „Ausbilden ist Zukunft – Paritätische Initiative Pro Ausbildung“ wird unter Federführung des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Landesverband NRW e. V. und den Kooperationspartnern RE/init e. V., sci:moers gGmbH und SOS Kinderdorf e. V. Niederrhein umgesetzt. Es wird aus JOBSTARTER-Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und dem Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union gefördert und durch das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) koordiniert.

(Text/Fotos: Christian Donner, Wickede)

Kontakt:
Doris Rix
Projektleiterin
Tel. (02162) 150 69
doris.rix@paritaet-nrw.org

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JOBSTARTER-Projekt
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Pressekontakt
Annette Ruwwe I Telefon: 0202 / 2822-388 I Mobil: 0173 / 5830079 I Mail: presse@paritaet-nrw.org


 
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