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Portal Presse FORUM 3/2009 Qualitätsmanagement Interview Paritätische Audits  · 

Interview: Paritätische Audits wurden von der Qualitätsgemeinschaft in Eigenregie entwickelt

„Die Prüfenden profitieren ebenso wie die Geprüften“

FORUM sprach mit Alexandra Raub (Mitglied im Qualitätssausschuss der Paritätischen Qualitätsgemeinschaft® Vollstationäre Pflege und Heimleiterin Senioren-Wohnheim Brühl gemeinnützige GmbH) und Katharina Benner (Geschäftsführerin Paritätische Qualitätsgemeinschaft® Vollstationäre Pflege und Fachberaterin (teil–)stationäre Pflege beim Paritätischen NRW) über die Paritätischen Audits, die in diesem Jahr zum zweiten Mal durchgeführt werden.

FORUM: Was verbirgt sich konkret hinter den „Paritätischen Audits“?

Testat

Katharina Benner

Katharina Benner: Pflegedienstleitungen und Qualitätsmanagementbeauftragte aus 28 Mitgliedseinrichtungen auditieren sich gegenseitig. Dazu hat die Qualitätsgemeinschaft einen Fragenkatalog entwickelt, der alle gesetzlichen und weitere relevanten Anforderungen enthält. Zusätzlich werden jeweils drei Bewohner/ -innen zu ihrer Zufriedenheit mit der Einrichtung befragt.

FORUM: Heimaufsicht und Medizinischer Dienst der Krankenkassen prüfen ohnehin, welchen Sinn macht eine weitere Prüfung?

Testat

Alexandra Raub

Alexandra Raub: Die Audits wurden bewusst als Ergänzung zu den gesetzlichen Prüfungen in Eigenregie entwickelt. Zum einen gehen die Standards über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus. Und zum anderen bietet die kollegiale Prüfung auf Augenhöhe einen deutlichen Mehrwert. Die Einrichtungen ermitteln ihre Stärken und Schwächen und gewinnen Erkenntnisse, um ihren Qualitätsverbesserungsprozess kontinuierlich fortzusetzen.

FORUM: Eine kollegiale Prüfung auf Augenhöhe: Bleiben da nicht Strenge und Verbindlichkeit auf der Strecke?

Katharina Benner: Nein, denn den Paritätischen Audits liegt ein strenges Bewertungsschema zugrunde. Wenn bestimmte Grundvoraussetzungen nicht erfüllt oder eine gewisse Anzahl von Kriterien nicht erreicht werden, besteht eine Einrichtung das Audit nicht. Außerdem haben sich die Einrichtungen selbst verpflichtet, an den Audits teilzunehmen.

FORUM: So viel zur Theorie, wie sehen Ihre praktischen Erfahrungen mit dem Instrument aus?

Alexandra Raub: Unsere Erfahrung zeigt: Hier profitieren die Prüfenden ebenso wie die Geprüften. Ein wichtiges Anliegen der Audits besteht darin, dass Mitarbeiter/-innen der Einrichtungen voneinander lernen. Sie prüfen zwar eine andere Einrichtung, können dabei aber sofort die dortige Praxis mit der ihrer eigenen Einrichtung vergleichen.

Katharina Benner: Bereits im ersten Durchgang der Audits im Jahr 2005 wurden besonders gelungene Konzepte „entdeckt“ und allen Kollegialeinrichtungen vorgestellt. Zugleich hat sich gezeigt: Den Pflegedienstleitungen und Qualitätsmanagementbeauftragten bietet der Einsatz als Auditorin oder Auditor die Möglichkeit, sich in der Rolle der Prüfer/-innen zu üben, was wiederum die eigene Professionalisierung unterstützt.

FORUM: Stichwort Konkurrenz: Bestehen hier keine Bedenken sich gegenüber anderen Einrichtungen zu öffnen?

Alexandra Raub: Diese Besonderheit der vernetzten Überprüfung ist ein eigenes Qualitätsmerkmal der Gemeinschaft. Es setzt Vertrauen und den Willen zur Transparenz voraus. Dies haben sich die Einrichtungen im nunmehr siebenjährigen Bestehen der Qualitätsgemeinschaft durch gemeinsame Beratungen und Diskussionen erarbeitet. Da liegt der „paritätische Gedanke” zugrunde: Nicht jeder muss das Rad neu erfinden, gemeinsam kommt man schneller und nicht zuletzt auch besser ans Ziel.

 

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Pressekontakt
Annette Ruwwe I Telefon: 0202 / 2822-388 I Mobil: 0173 / 5830079 I Mail: presse@paritaet-nrw.org


 
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