"Mit der Aufnahme unserer 3 000. Mitgliedsorganisation ist ein wichtiges Etappenziel erreicht. Das gilt nicht nur für uns als Verband, sondern auch ganz persönlich für unseren langjährigen Landesgeschäftsführer Dr. Jörg Steinhausen, der sein Amt zum Jahresende an seinen Nachfolger übergeben wird“, so Cord Wellhausen, Landesvorsitzender des Paritätischen NRW. Als Dr. Steinhausen im November 1991 das Amt des Landesgeschäftsführers übernahmen, waren knapp 2 200 gemeinnützige Organisationen Mitglied im Paritätischen NRW. Auch die Zielmarke von 5 000 Diensten und Einrichtungen, die für die Menschen wirken, ist nun erreicht.
Angehörige entlasten
5 000 Dienste und Einrichtungen unter dem Dach des Paritätischen NRW, das klingt zunächst abstrakt. Doch blickt man einmal exemplarisch auf die Arbeit des Vereins LeA, so wird es schnell konkret. Drei Tage nach dem Tag des Paritätischen, am 16. November 2009, hat der Verein eine Tagesbetreuung für Menschen mit Demenz eröffnet, den sogenannten LeATreff. Dort übernehmen geschulte Helferinnen und Helfer unter pflegefachlicher Anleitung die Betreuung von Menschen mit Demenz. Die Angebote dienen der Entlastung pflegender Angehöriger bzw. Bezugspersonen und sind speziell für Menschen mit leichter und mittelschwerer Demenz geeignet.
Erste Demenz-WG in Bonn
Als zweites Projekt baut LeA e. V. in Kooperation mit der Bonner Wohnungsbaugesellschaft und der Stadt Bonn im Ortsteil Pennefeld mehrere kleine Wohnungen zu einer großen Wohnung um. Das ehrgeizige Ziel: die erste Wohngemeinschaft für Demenzkranke in Bonn. „Wir wünschen Ihnen viel Erfolg, unsere Unterstützung haben Sie, auch wenn es einmal klemmen sollte.” Dr. Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, fand beim Tag des Paritätischen mehr als nur warme Worte für die neue Mitgliedsorganisation und bot auch konkrete fachliche Unterstützung an.
In den Fokus gerückt
Dass sich die 3 000. Mitgliedsorganisation der Zielgruppe demenziell erkrankter Menschen widmet, freute Dr. Schneider besonders: „Denn wie der Einzelne ratlos vor einem demenziell erkrankten Menschen steht, der ihm Rätsel aufgibt, so steht unsere Gesellschaft vor diesem Rätsel. Und so lange etwas rätselhaft ist, ist es auch sehr schwer, es in den Fokus von Politik und sozialer Arbeit zu rücken.” Dem Verein LeA ist dies gelungen dank des ehrenamtlichen Engagements der sieben Gründungsmitglieder, die allesamt „Profis“ im Gesundheitswesen sind. „Sie haben Probleme erkannt, die Probleme in Angriff genommen und versucht Neues zu initiieren“, resümierte der Hauptgeschäftsführer. „Das ist es, was seit 60 Jahren den Paritätischen ausmacht und ihn bis heute jung hält.“