Dinah Igelski und Rainer Kümmell
Gemeinsame Qualitätsstandards für die 200 Mitveranstalter des Bildungsnetzes Parität: Möglich macht dies der Paritätische Qualitätsverbund Weiterbildung (PQW). FORUM sprach mit Dinah Igelski (Geschäftsführerin PQW und Leiterin Weiterbildung die börse) und Rainer Kümmell (Geschäftsführer PQW und Qualitätsmanagementbeauftragter im Paritätischen Bildungswerk).
FORUM: Seit Dezember 2009 ist das Paritätische Bildungswerk NRW zertifiziert nach DIN ISO 9001, herzlichen Glückwunsch. Klingt nach einem schwierigen Prozess, wie haben Sie das umgesetzt?
Dinah Igelski und Rainer Kümmell
Rainer Kümmell: Seit vielen Jahren arbeiten wir kontinuierlich daran, in der Weiterbildung dauerhafte Formen der Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung zu verankern. Ganz wichtig dabei: der Paritätische Qualitätsverbund Weiterbildung. Darin haben sich rund 200 Mitgliedsorganisationen des Verbandes als Mitveranstalter zusammengeschlossen, die aus ihrer sozialen Arbeit heraus Weiter- und Familienbildung machen und diese unter dem Dach des Bildungsnetzes Parität anbieten wollen.
FORUM: Rund 200 Mitveranstalter und über 2 500 Fortbildungsveranstaltungen pro Jahr: Wie haben Sie es da geschafft, gemeinsame Qualitätsstandards zu verankern?
Dinah Igelski: Das Erfolgsgeheimnis steckt in der engen Zusammenarbeit von Mitveranstaltern und Paritätischem Bildungswerk (PBW). Das PBW hat uns von Anfang an aktiv einbezogen und zum Mitgestalten angeregt, das hat sich sehr bewährt. Denn wir kommen aus der Praxis und wissen, wovon wir sprechen. Und so war immer sichergestellt, dass auch die Interessen der Mitveranstalter berücksichtigt werden.
FORUM: Welche Rolle spielt dabei der Qualitätsausschuss?
Rainer Kümmell: Der Qualitätsausschuss wurde ins Leben gerufen, um das PBW innerhalb des laufenden Zertifizierungsverfahrens und bei der Erarbeitung von Standards für die Kooperation mit Mitveranstaltern zu unterstützen. Hier arbeiten Vertreter/-innen der Mitveranstalter eng mit Mitarbeiter/-innen des Bildungswerks zusammen. Es werden Standards entwickelt, überprüft und weiterentwickelt. Das Bildungswerk hat die 15 Mitglieder des Ausschusses zu Qualitätsmanagementbeauftragten ausgebildet. Eine Investition von 15 000 Euro, die sich gelohnt hat.
Dinah Igelski: Im Qualitätssauschuss findet ein unmittelbarer Austausch zwischen Theorie und Praxis statt. Von der Kindertageseinrichtung bis zur Lebenshilfe: Die Mitglieder des Ausschusses bilden die breite Palette des Veranstaltungsangebotes des PBW ab. Und die Sitzungen des Ausschusses empfinde ich nicht als Pflichttermin, sondern als einen lebendigen Ort des Austausches. Es macht Freude, gemeinsam die Rahmenbedingungen zu gestalten und die Erfolge der konkreten Umsetzung in der Praxis zu sehen.
FORUM: Sie sprechen von Erfolgen in der Praxis: Worin liegen die konkret?
Dinah Igelski:Die Erfahrung zeigt: Es ist uns im Qualitätsverbund Weiterbildung gelungen, nicht nur theoretische Papiere, sondern handfeste Arbeitshilfen für die praktische Arbeit der Organisationen zu entwickeln. So können die Mitveranstalter ihr eigenes Qualitätsmanagement ausbauen auf Basis von grundlegenden Standards, die die Arbeit erleichtern. Als nächste Stufe sind Planungs- und Beratungsgespräche angedacht, bei denen die zum Qualitätsmanagementbeauftragten ausgebildeten Mitglieder des Qualitätsausschusses die Mitveranstalter in ihren Einrichtungen besuchen und vor Ort beraten, ganz im Sinne eines kollegialen Austausches. Für mich ist das Fazit: So einfach kann Qualitätsmanagement sein – und trotzdem greift es.
Ziel des Paritätischen Qualitätsverbundes Weiterbildung ist es, gemeinsam entwickelte Standards und Methoden für die Weiter- und Familienbildung im Land NRW nutzbar zu machen. Beteiligt sind sowohl das Paritätische Bildungswerk als auch das Paritätische Familienbildungswerk mit ihren Mitveranstaltern.
Kontakt
Rainer Kümmell, Tel. (02 02) 28 22 -241
kuemmell@paritaet-nrw.org
www.bildung.paritaet-nrw.org