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Niedriglöhne erhöhen Armutsrisiko

Sozialverband VdK fordert auskömmliche Löhne

Der Sozialverband VdK, Mitglied im Paritätischen, sieht im Niedriglohnsektor ein wachsendes Armutsrisiko für die Menschen in NRW. Neben auskönmmlichen Löhnen bräuchten vor allem Ältere, Kranke und Pflegebedürftige sowie Menschen mit Behinderungen eine verlässliche und gute kommunale Daseinsvorsorge.

Armut könne inzwischen sehr wohl auch diejenigen treffen, die ein Leben lang durchschnittlich verdient hätten, und eine durchschnittliche Rente bekämen. Das konstatierte der Vorsitzende des Sozialverbands VdK Nordrhein-Westfalen Karl-Heinz Fries beim Neujahrsempfnag des VdK vor 150 Gästen aus Politik, Verwaltung und sozialem Leben in Düsseldorf. "Wenn hier keine weiteren Altersleistungen hinzukommen, gerät man schnell an die Armutsgrenze." Es sei falsch zu denken, dass Armut nur eine Minderheit treffen könne. Die Arbeitslosenzahlen seien zwar insgesamt im vergangenen Jahr gesunken, zugenommen habe dagegen die Zahl schwerbehinderter Menschen ohne Arbeit sowie der Menschen, die für einen Lohn arbeiteten, der zum Lebensunterhalt nicht oder kaum ausreiche. "Kurz- und mittelfristig wird sich die Lebenssituation der Menschen nur ändern, wenn auch auskömmliche Löhne gezahlt werden", so Fries.

NRW-Sozialminister Guntram Schneider, ebenfalls zu Gast beim Empfang der Paritätischen Mitgliedsorganisation, sagte: "Trotz eines Wirtschaftswachstums von drei Prozent in den letzten beiden Jahren gibt es in Deutschland einen wachsenden Billiglohnsektor, in dem die Menschen von ihren Löhnen allein nicht leben können." Der DGB habe errechnet, dass der Staat im vergangenen Jahr vier Milliarden Euro aufwenden musste, um die Niedriglöhne aufzustocken. "So können wir nicht weitermachen. Wir wollen endlich für Ordnung auf dem Arbeitsmarkt sorgen. Wir brauchen mehr unbefristete, sozialversicherungspflichtige Vollzeitarbeitsplätze mit einer fairen Bezahlung", sagte Schneider und forderte einen flächendeckenden Mindestlohn.

Der VdK-Landesvorsitzende Karl-Heinz Fries appellierte an die anwesenden Entscheidungsträger, sich auch in Zeiten von Eurokrise und Schuldenbremse, gegen den Abbau von Sozialleistungen einzusetzen: "Wir alle wissen, was es für Kommunen wie Dortmund oder Gelsenkirchen - wo heute jeder Fünfte armutsgefährdet ist - bedeutet, wenn immer mehr Bürger auf Transferleistungen angewiesen sind. Obwohl gerade ältere, kranke, behinderte und pflegebedürftige Menschen auf eine gute kommunale Daseinsvorsorge angewiesen seien, werde aus Haushaltsgründen bei öffentlichen Dienstleistungen und sozialen Programmen und Projekten gekürzt.

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Eingestellt am 20.01.2012

 

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