Das Paritätische Bildungswerk ist die Plattform für das Bildungsnetz Parität, das auch sog. "bildungsferne" Bevölkerungsgruppen erreicht. Daneben wirkt der Verband in seinen Fachgruppen, Facharbeitskreisen und Fachveranstaltungen dahingegend, dass der neueste Stand der sozialen Arbeit qualitätsgesichert Anwendung findet. Bildung ist das Querschnittsthema. Nicht nur der zielgruppenbezogene Ansatz des Verbandes ist dabei von Bedeutung, sondern auch der Grundsatz ohne Bildung kein qualifiziertes, kein gesichertes Arbeitseinkommen. Bildung für alle und von Anfang an ist ein Grundanliegen, dient der sozialer Gerechtigkeit und weist häufig den Weg aus der Armut.
"Gewaltprävention für Frauen", "Ein Ehrenamt, das zu mir passt!", "Starke Eltern / Starke Kinder", "Rund um das Arbeitslosengeld II"… dies sind einige Beispiele für die Bandbreite an Bildungsangeboten im Bildungsnetz Parität. Die Vielzahl von Bildungsanbietern verdankt das Land NRW u. a. seiner Verfassung, die sich ausdrücklich für die Pluralität der Anbieter und Angebote sowie für die Autonomie der freien Träger der Weiter- und Familienbildung ausspricht. Um auch sogenannte. „bildungsferne“ Bevölkerungsschichten zu erreichen und das „Jedermann-Recht“ auf Weiterbildung umzusetzen, bedarf es der Kooperationen mit Anbietern, die mit ihrem Selbstverständnis und ihrer Zielsetzung direkt vor Ort mit den entsprechenden Zielgruppen praxisorientiert arbeiten. Diese Kooperation ermöglicht das Bildungsnetz Parität..
Zwischenzeitlich gab es allerdings von Seiten der Bezirksregierung Düsseldorf und des Landesjugendamtes Westfalen-Lippe Zweifel, ob die Art der Kooperation, die das Paritätische Bildungswerk (PBW) mit seinen Mitveranstaltern eingeht, wirklich förderfähig im Sinne des Weiterbildungsgesetzes (WbG) sei. Nach Ansicht dieser Behörden seien das Paritätische Bildungswerk bzw. das Paritätische Familienbildungswerk nicht „Herr des Verfahrens“ und könnten damit auch keine Zuschüsse gemäß § 16 WbG NRW für diese Angebote erhalten. Ein vom Paritätischen Bildungswerk in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten widerlegt diese Bedenken eindeutig.
Das Interesse der Landesgesetzgebung besteht zum einen darin, dass Ordnung und Übersichtlichkeit der Weiterbildungsangebote und –anbieter gewährleistet, zum anderen aber auch deren Autonomie und Pluralität gewahrt bleiben. Dies fördert ein großes Potenzial mit starker Innovationskraft, das dringend gebraucht wird. Geht es doch darum, ein großes Maß an kreativen Ressourcen nutzen zu können, um die anstehenden gesellschaftlichen Veränderungen umzusetzen. Das PBW leistet in diesem Zusammenhang wichtige Arbeit und dokumentiert dies mit dem eigenen Qualitätsanspruch an seine und die Arbeit seiner Kooperationspartner durch Einführung eines Qualitätsmanagements und die Gründung des Paritätischen Qualitätsverbundes Weiterbildung. Das Qualitätsmanagementsystem der DIN EN ISO 9001 ff und die AZWV (Anerkennungs- und Zulassungsverordnung Weiterbildung) bieten das Gerüst zur Ausgestaltung.
Wettbewerb "Blickpunkt Migration – Bildung als Brücke zur Integration"
Unter diesem Titel hat das Paritätische Bildungswerk einen "Preis für kreative und fortschrittliche Bildungsarbeit in NRW" ausgelobt. Alle Mitveranstalter im Bildungsnetz Parität konnten sich mit einem Beitrag bewerben. In Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Düsseldorf werden paritätische Bildungsangebote gewürdigt, die Begegnung und Zusammenarbeit für und von Menschen mit unterschiedlichen Herkunftskulturen fördern, Vielfalt gestalten und (Bildungs-) Benachteiligungen abbauen helfen. Der Fachhochule und ihren Studierenden obliegt dabei die Bewertung der Beiträge und die Auswahl der Preisträger. Integrationsminister Armin Laschet hat die Schirmherrschaft übernommen und seine Teilnahme an der feierlichen Preisverleihung im Rahmen der Abschlusstagung des EU-Projekts M.E.I.N. zugesagt.
Die Fortbildungsangebote in der Paritätischen Akademie trafen auf deutlich zunehmende Nachfrage. Auffällig ist die Übereinstimmung zwischen gesellschaftlichen Entwicklungen und steigendem Fortbildungsbedarf:
Es zeigte sich deutlich, dass die Angebote der Paritätischen Akademie den tatsächlichen Bedarf in der Mitgliedschaft des Paritätischen und darüber hinaus sehr gut treffen.
Internationale Projekte
Als Folge einer sehr erfolgreichen Antragstellung in den Jahren 2006, 2007 und 2008 konnte das Bildungswerk im Zeitraum 2008 / 2009 vier Projekte parallel durchführen. Dies stellt in der über zehnjährigen Projektarbeit einen Rekord dar. Inhaltlich lassen sich für die Projektarbeit in den Jahren 2008 und 2009 zwei thematische Schwerpunkte aufzeigen. Den ersten Schwerpunkt bildete die Entwicklung und Implementierung "neuer" Formen des Lernens (informelles Lernen, arbeitsplatzbezogenes Lernen und selbstgesteuertes Lernen) in Organisationen.
Einen zweiten Schwerpunkt bildet die Entwicklung neuer Formen der Bildungsarbeit mit Migrantinnen und Migranten.
Projektanträge
Im Frühjahr 2009 wurden zwei Projektanträge im Programm Lebenslanges Lernen gestellt.
Nationale Projekte