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Drogen- und Suchthilfe in NRW wird zum Flickenteppich

Paritätischer Wohlfahrtsverband warnt vor voreiliger Kommunalisierung
Gerade in wirtschaftlich schwieriger Zeit braucht es fachkompetente Hilfen

NRW/Wuppertal, 27. Juli 2006. Der Paritätische Wohlfahrtsverband in NRW warnt vor einer Übertragung der Landeskompetenzen in der Drogen- und Suchthilfe in NRW auf die Kommunen ohne Rahmenkonzept. Aktuelle Statistiken zeigen, dass die Zahl der Menschen mit Suchtproblemen steigt und die Suchtformen vielfältiger werden.

Die Landesregierung hat angekündigt, die bisherige Landesförderung ab 2007 mit einer Pauschalförderung auf die Kommunen zu übertragen. Die gemeinnützigen Träger von Einrichtungen der Drogen- und Suchthilfe befürchten, dass bei diesen Fördermitteln zumeist kommunale Einrichtungen vorgezogen werden. Damit würden die bestehenden örtlichen Netzwerke zerschlagen.

Allein wegen akuter Alkoholprobleme werden in NRW 37.000 Menschen behandelt. „In Zeiten hoher Arbeitslosigkeit nehmen die Suchtprobleme zu. Wer in einer solchen Situation die Strukturen verändert, ohne die fachlichen Kompetenzen gemeinnütziger Träger einzubeziehen, produziert schon in absehbarer Zeit hohe Folgekosten.“, so der Landesgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Dr. Jörg Steinhausen.

Steinhausen mahnt an, die mehr als 120 Dienste und Einrichtungen sowie rund 110 Selbsthilfegruppen der Drogen- und Suchthilfe seines Verbandes zu beteiligen. Fachliche Standards, soziales Bürgerengagement und Selbsthilfe in Kombination seien wichtige Voraussetzungen für eine funktionierende Infrastruktur in den Kommunen.

Der Paritätische begrüßt zwar die Absicht, regional besser abgestimmte Versorgungskonzepte zu entwickeln. Jedoch befürchtet Michael Wedekind, Fachberater für Suchthilfe im Paritätischen NRW: „Wenn sich das Land aus seiner Verantwortung zurückzieht, kann jede Kommune ihre ambulante Suchthilfearbeit je nach politischem Farbenspiel und nach Haushaltslage umsetzen.“ Der Verband fordert darum ein abgestimmtes Konzept für die kommunale Suchthilfe. Diese müsse gemeinsam und unter bewährten, fachlichen Standards entwickelt werden.

Interner Link

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