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Jedem zweiten Pflegeanbieter fehlt Personal

Wohlfahrtsverband zeigt Wege für Fachkräftegewinnung auf

Gruppenfoto

(v.r.) Peter Dellbrügger, Berater dm-drogerie markt, Andreas Burkert vom NRW-Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter, vom Paritätischen NRW: Landesvorsitzender Cord Wellhausen, Fachgruppenleiterin Katharina Benner, Projektleiter René Bernards.

Dortmund, 5.10.2011. Gute Pflege braucht gutes Personal. Letzteres jedoch steht den Pflegeeinrichtungen nicht in ausreichendem Umfang zur Verfügung: Nach einer aktuellen Erhebung des Paritätischen Wohlfahrtsverband NRW können 50 Prozent der Pflegeheime und ambulanten Dienste in paritätischer Mitgliedschaft offene Stellen nicht besetzen. Der Markt für Fachkräfte ist fast leergefegt. Dauerhafte Engpässe in der Versorgung Pflegebedürftiger drohen. Nicht nur die Politik, sondern auch die Einrichtungen selbst sind dringend gefordert, aktiv zu werden. Wie, das erläutern Praktiker/-innen heute auf Einladung des Paritätischen bei der Fachtagung „Aktiv für Fach- und Leitungskräftegewinnung in der Pflege“ in Dortmund.

„Ein großes Problem ist das schlechte Image des Pflegeberufs“, sagt Cord Wellhausen, Landesvorsitzender des Paritätischen NRW. „Pflege ist viel mehr als satt und sauber. Die Arbeit mit Pflegebedürftigen ist anspruchsvoll und vielseitig.“ Entsprechende Fachkräfte seien nicht zum Nulltarif zu haben und verdienten viel mehr gesellschaftliche Anerkennung, so Wellhausen weiter. Zweifelsohne eng verknüpft mit der zu geringen Wertschätzung des Berufsstandes sind die bestehenden Arbeitsbedingungen in der Praxis. So resultiert der hohe Zeitdruck der Beschäftigten unter anderem daraus, dass so wichtige zeitintensive Leistungen wie die persönliche Ansprache der Pflegebedürftigen nicht finanziert werden. Hier ist die Politik dringend gefordert, für bessere Rahmenbedingungen zu sorgen.

Doch auch die Pflegedienstleister müssen die eigenen Gestaltungsspielräume konstruktiv nutzen - etwa im Bereich des Personalmanagements: Flexible Arbeitszeiten, ein gutes Betriebsklima sowie funktionierende Führungsstrukturen sind wichtig, um gutes Personal zu gewinnen und zu halten: „Es klingt profan, ist aber ganz wesentlich für die Mitarbeiterzufriedenheit, dass Arbeitszeiten und familiäre Verpflichtungen miteinander vereinbar sind. Natürlich ist der Schichtdienst für eine alleinerziehende Mutter eines Grundschulkindes keine gute Option“, nennt Norbert Zimmering, Leiter des Hermann-Keiner-Hauses in Dortmund ein Beispiel aus der Praxis vor Ort.

Ziel der Fachtagung mit rund 70 Teilnehmern im Dietrich-Keuning-Haus ist es, den Austausch der Pflegedienstleister über erfolgreiche Praxisbeispiele zu fördern. Außerdem werden die Unterstützungsangebote für Pflegedienste und Einrichtungen präsentiert, die im Rahmen des vorangegangenen zweijährigen Projekts des Paritätischen NRW entwickelt wurden. Darunter ist unter anderem der Film „Wenn ein alter Mensch sich freut“ über Jugendliche in der Altenpflege-Ausbildung.

Thematische Rückfragen beantwortet:
Katharina Benner,
Fachgruppenleiterin Alter und Pflege im Paritätischen NRW,
Telefon: 0202 - 28 22 186, E-Mail: benner@paritaet-nrw.org
Norbert Zimmering,
Geschäftsführer Paritätisches Altenwohnheim Dortmund e.V.; Hermann-Keiner-Haus
Telefon: 0231 – 71 0 71, E-Mail: kontakt@hermann-keiner-haus.de

 

Pressekontakt
Annette Ruwwe I 0202/2822-388 I 0173/5830079 I presse@paritaet-nrw.org


 
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