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Willkommen beim Paritätischen in Nordrhein-Westfalen





arbeitsdruck 42 - Juni 2006
Schwerpunkt: Fallmanagement

Inhalt

  • Fallmanagement im SGB II
    Erinnern Sie sich noch? „Gesetze über moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt”, so heißen die „Hartz-Gesetze” offiziell. Zentrum dieser Dienstleistungen sind nach Hartz die Jobcenter. Das SGB II fordert persönliche Ansprechpartner und Fallmanagement. Die vorgesehenen Fallschlüssel werden selten realisiert, und vielen „Fallmanagern” fehlen – 18 Monate nach Gültigkeit des Gesetzes ein unhaltbarer Zustand – Ausbildung und Rahmenbedingungen. Doch nicht das ungenügende politische Management wird mit Sanktionen belegt; Verantwortliche in Bund und Kommunen rechnen die Kosten hoch und setzen wie üblich auf mehr Sanktionen gegen arbeitslose Menschen. Sie hoffen, so die Ausgaben zu senken und machen Stimmung: die Arbeitslosen sind schuld!
  • Beschäftigungsorientiertes Fallmanagement
    Seit Januar 2005 hat die Betreuung von Arbeitsuchenden mit schweren Vermittlungshemmnissen durch das Fallmanagement eine neue Qualität. Es soll durch individuelle Förderung und die Bereitstellung der dafür notwendigen Infrastruktur die Arbeitsmarktintegration der Betroffenen erreichen.
  • Fallmanagement im SGB II
    Hartz I – IV sind Kinder einer großen Koalition vor der großen Koalition. Das Bild, das seinerzeit im Schröder/Blair-Papier gezeichnet wurde, beschreibt den Geist der Gesetze: Vom Sicherheitsnetz aus Ansprüchen zum Sprungbrett in die Eigenverantwortung. Das Konzept des aktivierenden Staates ist so auf eine ebenso griffige wie umstrittene Formel gebracht. Claus Reis analysiert, welche institutionellen Voraussetzungen und Folgen eine solche „Aktivierung” hat und vergleicht Anspruch und Wirklichkeit.
  • Fallmanagement durch freien Träger
    In der Umsetzung des Fallmanagements im Rahmen des SGB II sind Probleme leichter zu finden als gute Lösungen. Im Kreis Kleve – einem optierenden Landkreis – sind wir bei unserer Recherche auf einen interessanten Ansatz gestoßen. Thomas Bücken, Mitarbeiter unserer Mitgliedsorganisation SOS Kinderdorf Niederrhein und als Fallmanager im Einsatz, schildert Inhalte und Strukturen vor Ort und präsentiert so eine Form des vermittlungsorientierten Fallmanagements, die – so oder ähnlich – auch anderswo funktionieren könnte.
  • Integrationsfachdienst - Im Auftrag Dritter
    Als Vermittlungs- und Fachberatungsstelle informiert und berät der Integrationsfachdienst (IFD) arbeitslose und beschäftigte (schwer-) behinderte Menschen sowie Arbeitgeber, die schwerbehinderte Menschen beschäftigen oder einstellen möchten.
  • Schuldnerberatung und Fallmanagement
    Zum Fallmanagement gehört – nach den Regeln der Kunst – die Steuerung der notwendigen Versorgungsangebote und Dienstleistungen. Für ein Angebot an überschul dete Erwerbsfähige und deren Angehörige sind seit 2005 die SGBII-Träger zuständig. Die Autoren sind erfahrene Fachberater für Schuldner- und Insolvenzberatung im Paritätischen. Sie reflektieren die z.T. dramatischen Folgen der neuen Gesetze und ihrer Interpretation für Schuldnerberatungsstellen, Beratungsqualität – und nicht zuletzt für Überschuldete.
  • SGB II sticht SGB VIII?
    Seit dem Inkrafttreten des SGBII hat eine große Zahl von Trägern und Nutzern von sozialgesetzlichen Leistungen – nicht nur der Jugendsozialarbeit – ein Problem. Der Vorrang des SGBVIII gegenüber dem SGBII muss begründet werden.
  • Das Werkstattjahr ein Überblick
    Nach Beginn des Schul- und Ausbildungsjahres 2005 startete im November das Programm Werkstattjahr. Nach kurzer Planung wurde es als „Kind” der neuen Landesregierung auf den Markt gebracht. Nach einigen Anpassungen läuft zum Juli/August 2006 der zweite Durchgang an.
  • Fallmanagement in der Beschäftigungsförderung
    Fallmanagement, auch Case Management genannt, hat sich in der sozialen Arbeit und im Gesundheitswesen als wirkungsvolle Unterstützung bei komplexem Hilfebedarf profiliert. Da der Weiterbildungs- und Beratungsbedarf zum Fallmanagement stetig steigt, hat die Paritätische Akademie hier reagiert. Bärbel Gebert, Bildungsreferentin für den Bereich Case Management, stellt im Folgenden das aktuelle Angebot der Akademie dar.
  • Starten statt warten
    Im letzten arbeitsdruck stellte Julia Glöer die Methode Life/Work Planning (L/WP) und ihre Arbeit mit Langzeitarbeitslosen vor. Die gleichzeitig angekündigte Informationsveranstaltung des Paritätischen war sofort überfüllt, der Zusatztermin ebenso, weitere Termine werden folgen (s.u.). Grund genug John Carl Webb selbst zu Wort kommen zu lassen, den Mann, der die Methode nach Deutschland brachte.
  • Untersuchung über Lanzeitarbeitslosigkeit
    Dr. Michael Mehlich legt im Rahmen seiner Dissertation eine Untersuchung über Langzeitarbeitslosigkeit vor. Sie zeigt wie Arbeitslosigkeit mit zunehmender Dauer in individuellen Prozessverläufen zu paradoxen Lebenslagen führt.
  • Kombilohn NRW aus Paritätischer Sicht
    In den Jahren vor Hartz wurden verschiedene Kombilohn-Modelle als Arbeitsmarkt-Integrationsinstrumente im Niedriglohnsektor erprobt. Die Ergebnisse blieben qualitativ und quantitativ deutlich hinter den Erwartungen zurück. Die bundesweite Anwendung des Mainzer Modells (gut 11.000 Stellen insgesamt) lief 2003 geräuschlos aus. Neuer Hoffnungsträger war damals Hartz.
  • Von der Ich-AG zur Wir-eG
    Sozialgenossenschaften sind im Paritätischen nicht neu, aber noch selten. Voraussichtlich wird die Rechtsform der Genossenschaft mit Inkrafttreten des neuen Genossenschaftsgesetzes im August 2006 für die wirtschaftliche, kulturelle und soziale Selbsthilfe attraktiver.
  • Suchtkranke nicht abschreiben
    Über 200 Vertreter sozialer Träger, Arbeitsgemeinschaften nach SGB II (ARGEN), weiterer Institutionen und Interessierte trafen sich am 4.4.2006 zu einer gemeinsamen Fachtagung des Landschaftsverbandes Rheinland und der Landesarbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände Freien Wohlfahrtspflege in NRW in Köln.
  • Behinderte Menschen als Gastgeber
    Der Verein „Stadthaus Detmold” – Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband – wurde ausgezeichnet mit dem Sozialpreis 2006 des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe. Sein Projekt zur marktnahen Qualifizierung und Beschäftigung behinderter Menschen vereinigt außergewöhnliches bürgerschaftliches Engagement und Innovationskraft, freute sich Wolfgang Schäfer, Direktor des LWL.