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Frauenförderung im Erftkreis

Konzept- und Organisationsentwicklung

Wie gestaltet sich die Arbeitsgemeischaft?
Die Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe wird im Grundsatz von vielen paritätischen Organisationen begrüßt. Die Betreuung und Förderung aus einer Hand ist der richtige Ansatz einer modernen Arbeits- und Sozialpolitik. Es sollte allerdings schnell geklärt werden, wie die Zusammenarbeit der Bundesagentur für Arbeit (BA) mit den Kommunen und den freien Trägern vor Ort aussehen kann. Konkret geht es um die Bildung der Arbeitsgemeinschaft, die das Job Center betreiben wird.

Ein Beispiel
Hier können Erfahrungen freier Träger Erfolg versprechende Wege aufzeigen. Im Rhein-Erft Kreis haben ASH-Sprungbrett e.V. aus Bergheim und das Institut Univation aus Köln im Auftrag der regionalen Arbeitsmarktrunde alle Akteure in einen Prozess eingebunden und trotz veränderter Rahmenbedingungen qualitative Leitsätze entwickelt, die für alle Beteiligten von Nutzen sind. Dabei wurde auch der regionale Aushandlungsprozess beschrieben. Er könnte als Modell für die anstehenden Prozesse der Klärung von Zuständigkeiten, der Beschreibung von Ablaufprozessen und der Festlegung der qualitativen Ziele und Aufgaben der Grundsicherung von Arbeitsuchenden in der Region hilfreich sein.

Änderung der Rahmenbedingungen

Die Rahmenbedingungen der Arbeitsmarktpolitik haben sich 2004 grundlegend verändert. Das Ziel, von Arbeitslosigkeit betroffene oder bedrohte Personen passend zu ihren individuellen Voraussetzungen in den Arbeitsmarkt zu integrieren, steht nun noch stärker im Vordergrund. „Fördern und Fordern“ bedeutet in diesem Zusammenhang nicht nur, dass den Betroffenen lösungsorientierte Schritte aus eigener Initiative abverlangt werden, über die sie Rechenschaft ablegen. Auch die im öffentlichen Interesse tätigen Dienstleister in der Vermittlung – wie die BA, die zuständigen Stellen bei den Kommunen und die freien Träger – sollen ihre Leistungen effektiver und effizienter erbringen.

Die damit verbundene Individualisierung verlangt eindeutig vereinbarte Ziele und Hilfepläne, ein daran anschließendes Fallmanagement und eine zeitgenaue Umsetzung der Maßnahmen. Professionelle Beratung, Fortbildung und Vermittlung nutzen die regionalen Ressourcen, berücksichtigen regionale Defizite, z.B. in der Verkehrsinfrastruktur, und beziehen das breite Feld der Träger in der Region ein. Die abgestimmte und verlässliche Zusammenarbeit öffentlicher Stellen, sozialer Dienstleister und Unternehmen ist eine große Herausforderung und verlangt nach klaren Strategien und Konzepten.

Für größere Effizienz soll künftig das Job-Center sorgen, das durch die BA und durch die Kreise bzw. kreisfreien Städte getragen wird. Über den Erfolg des Job-Centers entscheidet die Qualität seiner Dienstleistungen, die auf die Bedürfnisse und Ressourcen der zu fördernden Personen abgestimmt und eine hohe Konzept-Qualität aufweisen sollten. Das bedeutet, dass Ziele und die Qualitäts-Kriterien formuliert werden müssen, denn Wirksamkeit von Arbeitsmarktpolitik braucht zum Gelingen hohe Konzeptqualität ihrer Maßnahmen. Planung und Umsetzung setzen voraus, dass in der Region vorhandene Kenntnisse und Fähigkeiten der arbeitsmarktpolitischen Aktiven genutzt werden und – bei allen Interessenunterschieden im Detail – eine gemeinsame Strategie vereinbart und umgesetzt wird.

Die oben beschriebenen Änderungen der Rahmenbedingungen fordern von Bildungsträgern Anstrengungen, ihr Bildungs- und Qualifizierungsangebot an die neue Situation anzupassen und sich in der Region neu zu positionieren. Dazu kann es hilfreich sein, lebendige Kontakte mit weiteren regionalen AkteurenInnen und Beteiligten zu knüpfen und zu erhalten

Förderung von Frauen
Die kooperative Konzeptentwicklung in der Region, frau-aktiv rhein-erft, stellt modellhaft Grundlagen bereit, um individualisierte Hilfe zu leisten. Wichtig ist dabei die Erkenntnis, dass regional verankerte Maßnahmenkonzepte der Schlüssel zum Erfolg sind. Der Beitrag verdeutlicht, wie ein solcher Prozess kooperativer Konzeptentwicklung in der Region mit Hilfe von wissenschaftlich begleitender Evaluation angelegt werden kann. Beispielhaft wird dies für ein Rahmenkonzept zur beruflichen Förderung von Frauen im Rhein-Erft Kreis demonstriert. Sein Ergebnis ist festgehalten in der Rhein-Erft Matrix zur beruflichen Förderung von Frauen. Prozess und Ergebnis sind Zeugnis gelungener Kooperation regionaler Träger und Verantwortlicher und zeigen, wie sich regional ein Prozess organisieren lässt, in dem Qualitätskriterien für Förderund Unterstützungsangebote empirisch fundiert und regionalisiert ausgehandelt werden.

Julian Beywl

 

Zum Autor
Zum Autor
Julian Beywl Geschäftsführer von ASH Sprungbrett / Sprecher Facharbeitskreis Jugendarbeitslosigkeit und soziale Beschäftigungsinitiativen / Mitglied im Landesbeirat des Paritätischen NRW. Glescherstrasse 2 in 50226 Bergheim www.ash-sprungbrett.de Email an: Julian Beywl
Tel.: 02271 / 8398-0