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Editorial: Berufsausbildung
Ausbildung ist Bildung, Beruf kommt von Berufung. Lange war mit Beruf nur geistliche Berufung gemeint, der Ruf Gottes – oder wenigstens der Kirche – zu geistlichen Aufgaben und Ämtern. Mit Martin Luther und der protestantischen Ethik wurde „Beruf” auch weltlich, weil Arbeit geistlich wurde. Und immer kommt der Ruf von oben. Ein Beruf hebt, signalisiert Kompetenz, stiftet Identität, gibt uns einen Platz in Wirtschaft und Gesellschaft. Es besteht Einigkeit: Berufsausbildung ist wertvoll, an sich und am Arbeitsmarkt.
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Lichtblicke auf dem Ausbildungsmarkt
Der Anteil der Schulabsolventen, die eine Ausbildung beginnen, sinkt seit Beginn der 90er Jahre stark, von über 70% auf den historischen Tiefstand von nur noch 59% im Jahr 2005. Erstmalig deutet sich nun eine Aufwärtsbewegung an: 2006 konnte bei den neu abgeschlossenen Lehrverträgen mit 5% der größte Zuwachs seit der Wiedervereinigung verzeichnet werden. Ausschlaggebend dafür waren der wirtschaftliche Aufschwung und die positive Beschäftigungsentwicklung. Ob von einer dauerhaften Trendwende gesprochen werden kann, bleibt abzuwarten.
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Ausbildungsförderung im Überblick
60% der Ausbildungsplatzbewerber suchen seit mindestens einem Jahr eine Ausbildungsstelle. Der Abbau dieser „Bugwelle” ist eines der Hauptziele des im Folgenden beschriebenen Fördersystems der Jugendberufshilfe mit seinen 40 Förderprogrammen. Die Instrumente setzen immer früher an und ihre Individualisierung steigt.
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Gute abH-Träger können mehr
In Zeiten des Aufschwungs sind Bildungsträger zunehmend auch als Dienstleister für ausbildungswillige Betriebe gefragt. Wenn benachteiligte Jugendliche eine Integrative oder Kooperative Ausbildung erhalten sollen, müssen Träger die Betriebe dabei unterstützen, Ausbildungsplätze für qualifizierte Bewerber zu schaffen.
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Übergangsmanagement Schule – Beruf
Die Berufsorientierung und -vorbereitung bekommt mehr Gewicht. Regional sollen sämtliche Akteure im Übergang Schule – Beruf durch das Übergangsmanagement in Netzwerken koordiniert werden, um Schüler/-innen einen möglichst reibungslosen Eintritt ins Berufsleben zu ermöglichen.
Im Rahmen des Ausbildungskonsenses NRW werden seit 2005 Projekte gefördert, die zur Stärkung regionaler Strukturen der Berufswahlorientierung und Berufsvorbereitung für Schüler/-innen an allgemein bildenden Schulen sowie zur Bereitstellung von Ausbildungsplätzen beitragen. Die Finanzierung erfolgt mit Mitteln der Landesregierung (Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales, MAGS) und der Europäischen Union (Europäischer Sozialfonds, ESF) unter Einbeziehung von regional verfügbaren Ressourcen.
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Berufsparcours
Jugendliche haben oft nur geringe Kenntnisse über Ausbildungsberufe und die damit verbundenen Tätigkeiten. Als Gegenmittel entwickelte das Technikzentrum Minden – Lübbecke den Berufsparcours. In ihm kann eine große Zahl von jungen Menschen innerhalb weniger Stunden 12 – 14 Berufe kennenlernen und bewerten.
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Orientierung durch Praxis
Ein reibungsloser Übergang von der Schule in den Beruf ist für junge Menschen heute nicht mehr selbstverständlich. Für Entlassschüler der Haupt- und Förderschulen erodieren die Perspektiven auf dem freien Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. Praxisnahe Werkstatteinsätze in den neuen Räumen der INITEC gGmbH in Lippstadt geben Orientierung und Motivation.
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Der 3. Weg in der Berufsausbildung
Die Landesregierung hat im Herbst 2006 ESF-Mittel für ein innovatives Pilotprojekt bereitgestellt, um ca. 800 benachteiligten Jugendlichen in NRW eine zusätzliche Chance auf einen Ausbildungsplatz zu bieten. 74 Bildungsträger, darunter Mitglieder des Paritätischen, setzen das Vorhaben einer modularisierten Ausbildung derzeit um.
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Chancen für Jugendliche mit Migrationshintergrund
Seit über 10 Jahren arbeitet der Verein RE/init erfolgreich für die Integration benachteiligter Personen. Im Rahmen des Bundesprogramms STARegio akquiriert er seit zwei Jahren im Projekt A.B.A. in der Emscher-Lippe-Region Ausbildungsplätze – bevorzugt bei Unternehmern mit Migrationshintergrund.
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Ausbildung in Teilzeit
Eigenverantwortung fördern, Armut verhindern, den Einstieg ins Berufsleben ermöglichen – Nachdem RE/init e.V. mit großem Erfolg das Modellprojekt BEAT (Betriebliche Ausbildung in Teilzeit) entwickelt und zusammen mit der Agentur für Arbeit erfolgreich umgesetzt hat, verbreitet der Verein diesen Ansatz nun bundesweit.
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Lernen unter realen Bedingungen
Der gelungene Einstieg in Ausbildung und Arbeit ist für junge Erwachsene der erste Schritt in ein selbständiges Leben. Was für benachteiligte junge Menschen oft schwer ist – für solche mit Behinderung ist es meist noch schwieriger. Um Rehabilitanden eine Berufsausbildung auf dem freien Markt zu ermöglichen, entwickelte Lernen fördern e.V. die „Kooperative alternierende Verbundausbildung”.
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Bildungsträger als Ausbilder
Der Bildungsträger VESBE e.V. hat im Rahmen der „Partnerschaftlichen Ausbildung” und des Sonderprogramms „Ausbildung 2006” Erfahrungen als verantwortlicher Ausbilder von Jugendlichen gesammelt. Die Empfehlung ist: Klein anfangen und mit den Erfahrungen wachsen.
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Integration realisieren
Schon 2010 – in drei Jahren – werden mehr als die Hälfte aller unter 25-Jährigen in NRW einen Migrationshintergrund haben. Der Paritätische Gesamtverband misst der Integration dieser jungen Menschen höchste Priorität zu und erstellt Leitlinien.
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Jugendliche und Handyschulden
„Jugend in der Schuldenfalle.” „Jeder 10. Jugendliche hat 1.800 Euro Schulden.” „Handy lockt junge Leute in die Schuldenfalle.” „Jugendliche durch Handykonsum überschuldet.” …so oder ähnlich lauten viele Schlagzeilen in den Medien. Immer mehr Jugendliche und junge Erwachsene geraten in das Schuldenkarussell.
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Vom Verbundsystem zum „Ein-Topf”
Wachsende Übergangsprobleme im Bereich Schule – Beruf ließen in NRW eine Vielfalt, Breite und auch Unübersichtlichkeit berufsvorbereitender Maßnahmen für Jugendliche entstehen. Hier setzt das Modellvorhaben „Ein-Topf” des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales in NRW an und sucht die Eine Lösung.
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25 Jahre Arbeitslosenzentrum Mönchengladbach
Die Kommunen und das Land ziehen sich aus der Förderung der Arbeitslosenzentren und Beratungsstellen zurück. Die SGB II-Träger sollen einspringen. Aber die kümmern sich nur um SGB II-Bezieher/-innen. Wo bleiben die anderen Ratsuchenden? Das traditionsreiche Arbeitslosenzentrum Mönchengladbach berichtet aus 25 Jahren Arbeit.
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Datenschutz für Arbeitsmarktdienstleister
Datenschutz gewinnt – gerade auch im Rahmen von Zertifizierungen – an Bedeutung. Eine Fortbildung der Paritätischen Akademie (PA) und der Qualitätsgemeinschaft Dienstleister am Arbeitsmarkt gibt Antworten auf offene Fragen.
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Sozialbericht NRW 2007
Anfang Mai hat die Landesregierung den Sozialbericht NRW 2007 als Armuts- und Reichtumsbericht veröffentlicht. Erstmals wurde auch die Freie Wohlfahrtspflege, mit einem eigenen Beitrag (Kapitel VIII „Armen eine Stimme geben”) daran beteiligt. Es werden Lebenslagen (Kinder und Jugendliche, Migrant/- innen usw.) analysiert und einige Kommunen (Essen, Bochum, Bielefeld, Oberhausen) näher betrachtet.
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Bessere Arbeitsgelegenheiten
Im März 2006 startete das „Modellprojekt GemeinwohlArbeit NRW”, in dem der Paritätische Wohlfahrtsverband NRW als Projektträger in Zusammenarbeit mit der Landesarbeitsgemeinschaft und Trägern der freien Wohlfahrtspflege daran arbeitet, die Umsetzung von Arbeitsgelegenheiten nach § 16 Abs. 3 SGB II zu verbessern.
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