Seniorin mit junger Pflegekraft

Tag der Pflege

Freie Wohlfahrtspflege NRW fordert Ausbau der Altenpflege-Ausbildung

Anlässlich des Internationalen Tags der Pflege warnt die Freie Wohlfahrtspflege NRW vor einem Fachkräftemangel. Sie fordert den zügigen Ausbau und eine gesicherte Finanzierung der Pflegeausbildung. Denn die Anzahl an Pflegebedürftigen steigt, gleichzeitig steigen auch die fachlichen Anforderungen an das Pflegepersonal.

Die Freie Wohlfahrtspflege in NRW bildet in ihren rund 2.600 Diensten und Einrichtungen und 115 Altenpflegeschulen pro Jahr rund 13.000 Pflegekräfte aus. Fachkräfte, die in der Praxis dringend benötigt werden. Doch während der absolute Bedarf an Pflegefachkräften steigt, stehen dem Ausbildungsmarkt in den nächsten Jahren erheblich weniger Schulabgänger zur Verfügung. Die Konkurrenz zwischen Ausbildungsplätzen in der Pflege beziehungsweise Altenpflege und anderen Ausbildungsberufen wird weiter steigen. Damit sich auch in Zukunft genügend Menschen für eine Ausbildung in der Pflege interessieren, fordert die Freie Wohlfahrtspflege NRW von der Politik  gesicherte Rahmenbedingungen und eine auskömmliche Finanzierung der Pflegeausbildung.

Investitionen in die Ausbildung notwendig


Die schulische Altenpflegeausbildung findet in Fachseminaren für Altenpflege statt.  Die Betriebskosten werden durch das Land gefördert. Aber: Die seit über 20 Jahren nicht angepasste, sogar abgesenkte Landesförderung (280 Euro pro Azubi und Monat) deckt die notwendigen Ausgaben in der Altenpflegeausbildung nicht. Zum Vergleich: die Krankenkassen als Kostenträger der Gesundheits- und Krankenpflegeausbildung finanzieren in etwa doppelt so viel pro Ausbildungsplatz. Den echten Finanzierungsbedarf der Fachseminare beziffert die Freie Wohlfahrtspflege NRW nach eigenen umfassenden Erhebungen auf monatlich  490 Euro pro Azubi.  „Das Geld ist notwendig, um die tatsächlichen Kosten der Fachseminare zu decken und sie in die Lage zu versetzen, den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen gewachsen zu sein. Diese  Investition in die Qualität der Ausbildung rechnet sich aus arbeitsmarkt- und gesellschaftspolitischer Hinsicht. Sie ermöglicht eine langfristige berufliche Perspektive und sichert die adäquate Versorgung Pflegebedürftiger“, sagt Andreas Johnsen, Vorsitzender der Freien Wohlfahrtspflege NRW.

Pflegebedürftige zahlen Ausbildung


Die Ausbildungsvergütung wird in NRW in einem Umlageverfahren über die Pflegesätze aller ambulanten Dienste und stationären Einrichtungen finanziert. Das bedeutet, dass die betroffenen Pflegebedürftigen, deren Angehörige oder die Sozialhilfeträger die Ausbildung bezahlen müssen. In der Krankenpflegeausbildung ist das anders. Hier werden die Kosten direkt von den Krankenkassen getragen. Deshalb sieht die Freie Wohlfahrtspflege hier die Pflegekassen in der Verantwortung.

Zahlreiche Veranstaltungen


Unter dem Motto „Wir gestalten die Pflege der Zukunft" finden  vom 12. bis zum 26. Mai 2017 landesweit eine Vielzahl an Veranstaltungen zur aktuellen Situation in der ambulanten, teilstationären und stationären Pflege in NRW statt. Veranstaltungshinweise, die Forderungen der Freien Wohlfahrtspflege NRW zum Internationalen Tag der Pflege 2017 und das Positionspapier der Freien Wohlfahrtspflege zur Sicherung und Weiterentwicklung der Altenpflegeausbildung in NRW gibt es unter: www.wir-fuer-sie-in-nrw.de.