„Wir lassen uns von den Rechten nicht einschüchtern!“

Der Paritätische Wohlfahrtsverband NRW wird bedroht. Und erstattet Anzeige.

 

Wuppertal, 17. Mai 2018. „Nächtliche Besuche mit farblicher Veränderung der Fassade und/oder Entglasung, es kann auch zur Versetzung von Fahrzeugen in den Dauerbenzinsparmodus kommen“, hieß es in einer Droh-Mail an den Paritätischen Wohlfahrtsverband NRW. Verbunden mit der Aufforderung, die Haltung des Verbandes gegenüber linken und antifaschistischen Organisationen zu überdenken. „Rechte Hetze und Beschimpfungen über Facebook-Kommentare sind wir traurigerweise schon gewohnt“, so Christian Woltering, Landesgeschäftsführer des Paritätischen NRW. „Doch hier hört es auf. Wir haben Anzeige erstattet, der Staatsschutz ermittelt. Und eins ist klar: Wir lassen uns von den Rechten nicht einschüchtern, stehen zu unserer Haltung. Für Vielfalt, gegen Rassismus, Fremdenhass und Ideologien der Ungleichwertigkeit.“

Der Paritätische und seine Mitgliedsorganisationen stehen für eine demokratische, offene, vielfältige und tolerante Gesellschaft, in der alle Menschen gleichwürdig teilhaben und Schutz erfahren. Zuletzt hat sich der Verband im April 2018 bundesweit klar gegen Rechtsextremismus und die Politik der AfD positioniert (www.vielfalt-ohne-alternative.de). Bereits im Dezember 2015 wurde die Charta gegen Rassismus und Rechtsextremismus verabschiedet.

Der Paritätische positioniert sich darin mit aller Entschiedenheit gegen diejenigen, die mit den Ängsten in der Gesellschaft ihr perfides Spiel treiben, Menschen gegeneinander ausspielen und durch die Abwertung von Menschengruppen die Spaltung der Gesellschaft betreiben. Haltung bedeutet für uns, Demokratie aktiv mitzugestalten und Widerstand zu leisten, wenn Menschenrechte bedroht oder missachtet werden“, so Woltering. „Soziale Arbeit verlangt politische Einmischung, damit Rechtsextremismus und Ideologien der Ungleichwertigkeit sich weder politisch noch kulturell etablieren. Wir stärken unsere Mitgliedsorganisationen in ihrer Zivilcourage und ihrem sozialen Mut und unterstützen sie bei Anfeindungen.“ Der Verband appelliert an alle, die sich ähnlicher Hetze und Bedrohung ausgesetzt sehen: Nicht einschüchtern lassen, Flagge zeigen und gegebenenfalls Anzeige bei der Polizei erstatten.

Der Paritätische NRW


Der Paritätische NRW bildet das Dach von rund 3.100 Organisationen mit mehr als 6.000 Einrichtungen und Diensten in allen Feldern der sozialen Arbeit. Der Verband berät seine Mitgliedsorganisationen fachlich, organisatorisch und betriebswirtschaftlich, sichert die Qualität ihrer Arbeit und vertritt ihre Interessen gegenüber Politik und Kostenträgern. Der Paritätische NRW ist konfessionell und parteipolitisch unabhängig. Zugleich ergreift er Partei für Menschen, die keine Lobby haben. Zu den wahrscheinlich bekanntesten Mitgliedsorganisationen gehören der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), die Aidshilfe, der Deutsche Kinderschutzbund und die Lebenshilfe. Auch Pro Familia, die SOS-Kinderdörfer oder der VdK sind wohl vielen ein Begriff. Diese Organisationen sind, wie fast 90 andere Mitgliedsorganisationen, überregional tätig und mit zahlreichen Einrichtungen und Diensten in NRW vertreten. Aber auch die Demenz-WG, die Drogenberatung oder der alevitische Kulturverein um die Ecke sind häufig Teil des Paritätischen NRW. Ebenso wie viele Kitas und fast alle Elterninitiativen des Landes.

www.paritaet-nrw.org

 

 

Vielfalt ohne Alternative


Nicht zu widersprechen, bedeutet Zustimmung. Auch und gerade bei Vorurteilen. Auf der Internetseite www.vielfalt-ohne-alternative.de hat der Paritätische daher nicht nur seine Positionierung gegen Rechtsextremismus und die Politik der AfD veröffentlicht. Gängigen Vorurteilen rechter Demagogen werden Argumente und Fakten für eine sachliche Diskussion entgegengestellt. 

www.vielfalt-ohne-alternative.de