Gruppe junger Menschen, die miteinander spricht

Wissen ist Respekt

Projekt klärt Jugendliche über geschlechtliche und sexuelle Vielfalt auf

Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt: In vielen Schulen kommt dieses Thema viel zu kurz oder gar nicht vor. Das Kölner Jugendzentrum anyway, Mitgliedsorganisation im Paritätischen NRW, will das ändern. Im Rahmen des Projekts „Wissen ist Respekt“ (WiR*) bietet anyway Schulklassen Praxis-Workshops an, in denen sich die Jugendlichen mit jungen lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans* und queeren Menschen austauschen, Fragen stellen und die eigenen Meinungen und Einstellungen reflektieren können. Das Ziel: Homo-, Bi- und Transphobie abbauen, ehe sie sich verfestigen und ehe Mitschüler*innen darunter zu leiden haben.

Mit dem WiR* füllt anyway eine wichtige Lücke an Schulen. Jürgen Piger, der das  Aufklärungs- und Antidiskriminierungsprojektes leitet, weiß aus dem alltäglichen Kontakt mit Schulen, dass sich viele Lehrer*innen nicht trauen, das Thema im Unterricht anzugehen. Die Gründe dafür sind vielfältig. „Einerseits haben Lehrer*innen Angst, dass ihre Schüler*innen sie selbst für schwul oder lesbisch halten könnten. Andererseits haben auch viele Lehrer*innen noch ein Wissensdefizit bei dem Thema“, sagt Piger. Neben den Aufklärungsstunden bietet anyway deshalb auch Workshops für Lehrer*innen, Pädgogen*innen und andere Multiplikatoren*innen an.

Fragen, nachdenken, diskutieren


Die Workshops werden von jungen Ehrenamtlichen geleitet. Sie haben sich methodisch auf die Aufklärungsstunden vorbereitet und sind Experten*innen auf ihrem Gebiet, da sie alle selbst schwul, lesbisch, bi oder trans* sind. Zu Beginn klären sie erstmal über die verschiedenen Begriffe auf: Was bedeutet Coming-out? Was unterscheidet eine transsexuelle Person von einer Person, die Travestie macht? Im Anschluss ziehen die Teilnehmenden Zettel mit Fragen, die sie der Reihe nach vorlesen und offen und ehrlich beantworten sollen. Über Fragen wie „Wie würdest du reagieren, wenn sich ein Mitschüler des gleichen Geschlechts in dich verliebt?“ denken sie dann nach, tauschen sich aus, diskutieren, widersprechen und ergänzen sich. Am Ende eines jeden Workshops outen sich die Ehrenamtlichen des WiR*-Teams und beantworten anonyme Fragen, die die Schüler*innen zuvor auf Zettel geschrieben haben.

Aufklärung wirkt nachhaltig


„Ich bin überzeugt, dass Aufklärung nachhaltig wirkt“, sagt Mica, eine der Ehrenamtlichen. Rückblickend auf ihre Schulzeit resümiert sie: „Für mich wäre es damals toll gewesen, so jemanden wie uns zu haben.“