Zwei Menschen im Gespräch, eine Person von hinten zu sehen, ein junger Mann von vorne zu sehen, lächelt freundlich

Sprachbarrieren abbauen

Netzwerk SprInt vermittelt und qualifiziert Sprach – und Integrationsmittler/-innen

Termine bei Behörden, in Beratungsstellen, Schule der Kinder oder im Krankenhaus Menschen, die die deutsche Sprache nicht oder nicht gut sprechen, bereiten solche Termine oft Probleme. Für dolmetschende Angehörige und das beteiligte Fachpersonal sind solche Gespräche eine große Herausforderung. Die Folge: Missverständnisse, Misstrauen, Frust, Fehlentscheidungen, fehlende Teilhabe. Professionelle kultursensible Sprach- und Integrationsmittler/-innen helfen, Sprachbarrieren abzubauen. Das bundesweite Netzwerk SprInt, Mitgliedsorganisation im Paritätischen NRW, bietet einen Vermittlungsservice und eine Qualifizierung für Sprach- und Integrationsmittler/-innen.

Sprachliche und kulturelle Barrieren


Wer das deutsche Bildungs-, Gesundheits- und Sozialsystem nicht versteht, hat hierzu erschwerten Zugang. Sprachliche und kulturelle Barrieren verhindern die gleichberechtigte Versorgung von Menschen mit Migrationshintergrund. Auch den Fachkräften in den Einrichtungen machen die Verständigungsprobleme zu schaffen. Sie verhindern fachgerechtes Arbeiten, ziehen Verfahren in die Länge, der Arbeitsaufwand steigt und damit die Kosten, zum Beispiel in der Jugendhilfe oder der Arbeitsvermittlung.

Unterstützung durch Laiendolmetschende nicht ausreichend


Um die sprachlichen Barrieren zu mindern, bringen die Menschen oft ihre Kinder oder andere Familienmitglieder mit zu den Terminen. Vielerorts sollen kommunal geförderte Projekte das Problem mit ehrenamtlichen Kräften beheben. Doch in sensiblen Bereichen wie Gesundheit, Soziales und Bildung haben Verständigungsprobleme weitreichende Folgen, speziell geschulte Kräfte sind gefordert.

Professionalität gefragt


Das Netzwerk SprInt vermittelt professionelle Sprach- und Integrationsmittler/-innen zur interkulturellen Verständigung bei Terminen in Einrichtungen des Bildungs-, Gesundheits- und Sozialsystems. Sie sind speziell für diese sensiblen Bereiche ausgebildet und dolmetschen nicht nur, sondern können auch kultursensibel erklären und Missverständnisse aufklären.

Qualifizierung nach „Wuppertaler Modell“


SprInt vermittelt nicht nur, sondern bildet auch aus. Die umfassende Qualifizierungsmaßnahme nach dem „Wuppertaler Modell“ erfolgt wissenschaftlichen Kriterien und bundesweiten Standards. Die 18-monatige Vollzeitqualifizierung umfasst 2000 Unterrichtsstunden in den Lernfeldern Reflexionskompetenz, soziale und Kommunikationskompetenz, Migration und Partizipation, Erziehungs- und Bildungswesen, Sozialwesen, Gesundheitswesen, Theorie und Praxis Dolmetschen sowie fachbezogenes Deutsch. Drei Praktika in Einrichtungen des Bildungs-, Gesundheits- und Sozialwesens ergänzen die Qualifizierung. 

Gut qualifizierte Sprach- und Integrationsmittler/-innen helfen die sprachlichen Barrieren bei Terminen in Behörden, Schulen, Kliniken, etc. abzubauen.
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