Seniorin und Senior sitzen auf einer Bank, dahinter eine junge Frau

Tag der Pflege

NRW-Wohlfahrtsverbände setzen sich mit zahlreichen Aktionen für gute Pflege ein

Zum Internationalen Tag der Pflege am 12. Mai rufen die nordrhein-westfälischen Wohlfahrtsverbände dazu auf, Pflege als Beruf zu stärken und die Pflegepolitik konstruktiv weiterzuentwickeln. Unter dem Motto „Wir für Sie – Gute Pflege! Jetzt!“ zeigen Pflegekräfte mit zahlreichen Aktionen, was gute Pflege ausmacht und wie sich die Rahmenbedingungen ändern müssen. Im Fokus: der Fachkräftemangel bei gleichzeitig wachsendem Bedarf. Auch viele Mitgliedsorganisationen des Paritätischen NRW beteiligen sich mit Veranstaltungen.

Immer mehr pflegebedürftige Menschen


In den Einrichtungen und Diensten der NRW-Wohlfahrtsverbände betreuen und pflegen rund 130.000 Pflegefachkräfte etwa 275.000 pflegebedürftige Menschen ambulant, in Tagespflegen, Heimen und anderen Wohnformen. Aufgrund des demografischen Wandels steigt die Anzahl der Menschen, die im Alter auf Hilfe und Pflege angewiesen sind, weiter. 2030 wird es voraussichtlich mehr pflegebedürftige ältere Menschen geben als Kinder in Kindertagesstätten. Eine wichtige Voraussetzung für eine gute und zukunftssichere Pflege ist, dass künftig genügend Menschen diesen Beruf ausüben.

Den Beruf attraktiver machen


Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, ist es an der Zeit, den Pflegeberuf attraktiver zu machen und mehr junge Menschen für die Ausbildung zu gewinnen. Die nordrhein-westfälischen Wohlfahrtsverbände setzen sich daher für angemessenere finanzielle und rechtliche Rahmenbedingungen, eine attraktive Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen sowie für mehr Wertschätzung und Vertrauen ein. Auf kommunaler Ebene, auf Landesebene und auf Bundesebene seien hierfür die notwendigen Anstrengungen zu unternehmen.

Fachseminare nur unzulänglich finanziert


Außerdem fordern die Wohlfahrtsverbände bessere Ausbildungsbedingungen. Denn die Qualität einer beruflichen Ausbildung hängt wesentlich von den Rahmenbedingungen ab. Als Träger von 117 Fachseminaren für Altenpflege, in denen sie mehr als 13.000 jungen Menschen den theoretischen Teil ihrer Ausbildung vermitteln, nehmen sie vor allem deren unzulängliche Finanzierung in den Fokus. Diese Unterfinanzierung durch das Land müsse ein Ende finden. Es bestehe die Gefahr, dass nicht alle Fachseminare bis zur Umsetzung der Ausbildungsreform „durchhalten“ können.

Azubis sprechen mit Politiker/-innen


Um die Situation in der Ausbildung zu verdeutlichen, treten bei den Aktionen rund um den Tag der Pflege Auszubildende selbst in den Dialog mit Politikerinnen und Politikern. Zum Auftakt trafen Altenpflege-Azubis den NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. Am 14. Mai diskutieren Schüler/-innen aus Altenpflegeseminaren mit den Pflegepolitikerinnen und -politikern der NRW-Landtagsfraktion darüber, was gute Pflege braucht. 

Paritätischer macht auf angespannte Situation in der Pflege aufmerksam


Auch der Paritätische Gesamtverband nimmt den Tag der Pflege zum Anlass, um auf die angespannte Situation in der Pflege aufmerksam zu machen und konkrete Verbesserungen für Pflegende und Gepflegte zu fordern. Dazu zählen die Schaffung von Rahmenbedingungen, mit denen mittelfristig 100.000 zusätzliche Pflegekräfte gewonnen werden können, und die Entlastung von der Pflegebedürftigen bei den Eigenanteilen. Der Vorschlag des Paritätischen Gesamtverbands: Die Pflegeversicherung soll als Kurzmaßnahme grundsätzlich 85 Prozent  der Kosten für pflegebedingte Aufwände ambulant und stationär übernehmen, so dass die Eigenanteilsquote in allen Pflegegraden 15 Prozent beträgt. „Gute Pflege ist ein Menschenrecht und darf nicht vom Geldbeutel abhängig sein“, betont Prof. Dr. Rolf Rosenbrock, Vorsitzender des Paritätischen Gesamtverbands. „Wir brauchen eine Abkehr von der Durchökonomisierung der Pflege. Unschaffbare Dienstpläne und rein auf Gewinn ausgelegte Dienstplangestaltungen gehen zu Lasten von Pflegenden und Gepflegten. Nicht zuletzt muss es einen allgemeinen Wertewandel sozialer Berufe in der Gesellschaft geben, der gezielt politisch zu fördern ist. Pflege muss aus allen Ebenen attraktiv und höchsten Respekt genießen.“