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Wegweiser-Programm gegen Salafismus

Neue Beratungsstelle in den Kreisen Coesfeld und Borken eröffnet

In den Kreisen Coesfeld und Borken hat NRW-Innenminister Herbert Reul die 25. Wegweiser-Beratungsstelle in Nordrhein-Westfalen eröffnet. Wegweiser ist ein Präventionsprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen gegen gewaltbereiten Salafismus. Träger der neu eröffneten Beratungsstelle sind der Verein Interkulturelle Begegnungsprojekte (IBP) und die PariSozial Münsterland. IBP ist eine Mitgliedsorganisation und die PariSozial Münsterland eine Tochtergesellschaft des Paritätischen NRW.

Anlaufstelle für Betroffene und deren Umfeld

Das Wegweiser-Programm will den Einstieg von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in den gewaltbereiten Salafismus verhindern und sich um diejenigen kümmern, die bereits in Kontakt zur Szene gekommen sind. In der Beratungsstelle finden Personen, die sich aus der Szene lösen wollen, Hilfe und Unterstützung. Aber auch Familienangehörige, Freund*innen, Lehrer*innen, Sozialarbeiter*innen oder Arbeitskolleg*innen, die Veränderungen an einer Person feststellen und eine Radikalisierung befürchten, können sich an Wegweiser wenden. Über Gespräche mit Menschen aus dem direkten Umfeld besteht die Möglichkeit, die Betroffenen frühzeitig zu erreichen. Auch Institutionen und Behörden, die Hilfestellung und Informationen zu der Thematik Salafismus benötigen, können Wegweiser kontaktieren.

Ein ganzes Netzwerk hilft

Die Beratung ist persönlich und vertraulich. Auch anonyme Gespräche sind möglich. Die Berater*innen stehen der ratsuchenden Person so lange wie gewünscht zur Seite und verweisen sie nicht einfach weiter an andere Stellen. Einzelfall- und problembezogen binden sie aber andere Expert*innen aus ihren örtlichen Netzwerken ein. Das können Mitarbeitende von Vereinen, Sozialverbänden, Moscheegemeinden, kommunalen Ämtern, Familienberatungsstellen, dem Jobcenter oder Polizei sein. Denn es gibt sehr vielfältige Gründe und Ursachen für die Radikalisierung junger Menschen und es sind viele verschiedene Stellen mit ihren jeweiligen Expertisen zur Problemlösung notwendig. Der Verein IBP und die PariSozial Münsterland verfügen über lange Erfahrung im Bereich der Jugendhilfe und sind in den Kreisen Coesfeld und Borken gut vernetzt. Deshalb haben sie die Trägerschaft für die neue Wegweiser-Beratungsstelle übernommen. Die Anlaufstellen finden Ratsuchende in Coesfeld und Bocholt.

Viele Wegweiser-Beratungsstellen in Trägerschaft von Mitgliedsorganisationen des Paritätischen NRW

Eine Übersicht über alle Wegweiser-Beratungsstellen in NRW gibt es auf der Internetseite des NRW-Innenministeriums. Viele der Beratungsstellen sind in Trägerschaft von Mitgliedsorganisationen des Paritätischen NRW, zum Beispiel in Bochum (Ifak), in Dortmund (Multikulturelles Forum), in Gelsenkirchen (Ifak), in Mönchengladbach und im Kreis Viersen (PariSozial Mönchengladbach), in Münster und in den Kreisen Steinfurt und Warendorf (Verein sozial-integrativer Projekte), in Oberhausen und Mülheim an der Ruhr (Ruhrwerkstatt), im Kreis Recklinghausen und in Bottrop (RE/init).


Bild: monicore / Pexels