Der gutenachtbus (ein Mercedes Sprinter) nachts in der Düsseldorfer Altstadt. Vor der geöffneten Tür stehen mehrere Menschen

Mobile Hilfe für Obdachlose

Düsseldorfer „gutenachtbus“ ist wichtige Anlaufstelle für Menschen auf der Straße

Nächtliche Temperaturen von minus zehn Grad: Für Menschen, die auf der Straße leben und schlafen, kann die aktuelle extreme Kälte lebensgefährlich sein. In Düsseldorf hilft der „gutenachtbus“ das ganze Jahr über obdachlosen Menschen, die Nacht gut zu überstehen. Jetzt im Winter gehören die Ausgabe von Schlafsäcken, warmer Kleidung und der Hinweis auf und gegebenenfalls auch der Transport zu Notschlafstellen zu den wichtigsten Aufgaben der ehrenamtlichen Helfer/-innen. Träger der mobilen Hilfe für Obdachlose sind vision:teilen und fiftyfifty, beides Mitgliedsorganisationen im Paritätischen NRW.

Wichtige Anlaufstelle in der Nacht


In vielen Städten gibt es nicht genug Schlafplätze für obdachlose Menschen. Viele Wohnungslose wollen aber auch gar nicht in Notunterkünften übernachten – weil sie dort keine Ruhe finde, ihre Hunde nicht mitnehmen dürfen oder sich von ihrer Partnerin / ihrem Partner trennen müssen. Denn die Notunterkünfte sind nach Männern und Frauen getrennt. In Düsseldorf ist für diese Menschen der „gutenachtbus“ eine Anlaufstelle. Er ist an festen Stellplätzen anzutreffen (Montag bis Donnerstag 22-0.30 Uhr in der Altstadt und am Hauptbahnhof), fährt im Stadtkern aber auch direkt zu den Obdachlosen – vor allem jetzt im Winter, wenn die Helfer/-innen darauf aufmerksam werden, dass ein Mensch Hilfe benötigt. Hinweise und Anrufe hierzu sind immer hilfreich.


Niedrigschwellige Hilfe und menschliche Wärme


Das „gutenachtbus“-Team besteht aus einer Sozialarbeiterin und circa 40 Ehrenamtlichen, die nachts mit dem Bus in den Straßen Düsseldorfs unterwegs sind. Sie geben gespendete Kleidung und Schlafsäcke sowie Essen und heiße Getränke aus, weisen auf Notschlafstellen hin und haben ein offenes Ohr für die Bedürfnisse der Menschen, die zu ihnen kommen. Im Notfall wird das mobile Ess- und Sprechzimmer auch als Personentransport genutzt, beispielsweise dringend in eine Notunterkunft gebracht werden muss.

Was tun, wenn ein obdachloser Mensch unterkühlt ist


Menschen, die Sorge haben, dass ein obdachloser Mensch bereits unterkühlt und somit gefährdet ist, sollten die 112 anrufen und die Situation möglichst genau beschreiben. Unterkühlungen werden in drei Stadien unterschieden:

  • Stadium 1: Muskelzittern, tiefes Atmen, erhöhter Puls, Körpertemperatur 35-32 °C
  • Stadium 2: steife Muskeln, schläfrig und kaum noch ansprechbar, Körpertemperatur 32-28 °C
  • Stadium 3: Bewusstlosigkeit, Puls lässt sich kaum ertasten, unter 24 °C 
  • Körpertemperatur kommt es zum Atem- und Kreislaufstillstand, es besteht akute Lebensgefahr
Der "gutenachtbus" ist eine mobile Hilfe für obdachlose Menschen.
©Uwe Schaffmeister
Beim "gutenachtbus" erhalten die Menschen Schlafsäcke, warme Kleidung, heiße Getränke und Essen. Die ehrenamtlichen Helfer/-innen haben außerdem ein offenes Ohr und helfen, einen Platz in einer Notschlafstelle zu finden.
©Uwe Schaffmeister