U-Bahn-Station mit einfahrender U-Bahn

Sozialticket

NRW-Wohlfahrtsverbände begrüßen Beibehaltung des ÖPNV-Tickets für Menschen mit geringem Einkommen

Mehr als 300.000 Menschen mit geringem Einkommen in Nordrhein-Westfalen nutzen derzeit das Sozialticket, um mit Bus oder Bahn ihre privaten oder beruflichen Ziele erreichen zu können. Nach heftigen Protesten hat die NRW-Landesregierung den Plan, das Ticket abzuschaffen, fallen gelassen. Es soll zunächst weiter mit 40 Millionen Euro bezuschusst und nach sozialverträglichen Lösungen gesucht werden.

Die nordrhein-westfälischen Wohlfahrtsverbände begrüßen diesen Aufschub. Andreas Johnsen, Vorsitzender der Freien Wohlfahrtspflege NRW, stellt dazu fest: „Dieser Aufschub ist gut für alle Menschen, die auf ein verbilligtes Ticket angewiesen sind. Sie können am gesellschaftlichen Leben teilhaben, Arbeitsstellen suchen und Arbeit aufnehmen. All diese Menschen atmen auf und zunächst ist ein wenig sozialer Friede gesichert.“ 


Zukunft des Sozialtickets muss breiter diskutiert werden


Doch für die Wohlfahrtsverbände stellt sich auch die Frage, wie es nach 2018 weiter geht. Die Ankündigung eine Lösung mit den Verkehrsverbünden auszuarbeiten greift ihnen zu kurz. „In dieser Diskussion fehlen wichtige Akteure“, so Johnsen. „Was ist mit den Kommunen, was mit den Verbänden der Freien Wohlfahrtspflege oder den Fahrgastverbänden, die sich schon seit langen Jahren für die Verbesserung der Mobilität einsetzen? Diese gehören genauso zur Erarbeitung von Lösungen dazu, wie Vertreter und Vertreterinnen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Die Regelsatzdiskussion hinsichtlich der Pauschale für Mobilität darf nicht vergessen werden.“ Darin sind lediglich 26 Euro für Mobilität vorgesehen. Dies sei schon jetzt zu wenig, um das Sozialticket in Höhe von 38,50 Euro zahlen zu können.

Die Wohlfahrtsverbände begrüßen, dass die NRW-Landesregierung das Sozialticket zunächst nicht abschafft.
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