Seitliche Perspektive auf eine Hand. Die Hand hält einen Kugelschreiber und setzt zum Schreiben auf einem Collegeblock an.

InSole – In Sozialräumen lernen: Grundbildungsimpulse setzen!

Mehr als 12 Prozent der deutsch sprechenden Erwachsenen in Deutschland gelten laut einer Studie der Universität Hamburg als gering literalisiert. Das heißt, dass sie nicht gut lesen und schreiben können. Dies zu verändern, ist für sie eine große Herausforderung. Deshalb wagen nur wenige den Schritt in entsprechende Kurse, obwohl dieser wichtig wäre. Denn eine geringe Lese- und Schreibkompetenz bedeutet oft auch, dass die gesellschaftliche und soziale Teilhabe eingeschränkt ist und die Menschen nicht vollkommen selbstbestimmt leben können.

 

Quartier- und sozialraumorientierter Ansatz

Das Projekt „InSole – In Sozialräumen lernen: Grundbildungsimpulse setzen!“ beschäftigt sich damit, wie betroffene Menschen besser erreicht und der Weg in Angebote zur Erweiterung der Lese- und Schreibkompetenz geebnet werden können. Der Ansatz: die Menschen da abholen, wo ihre Probleme auffallen, zum Beispiel in sozialen Beratungsstellen in ihrem Wohnumfeld. Träger des Projekts ist der Deutsche Volkshochschul-Verband, Verbundpartner ist der Paritätische Wohlfahrtsverband NRW. Unter dem Dach des Paritätischen gibt es viele Mitgliedsorganisationen, die Beratungsstellen betreiben, zum Beispiel für arbeitssuchende Menschen, Familien oder Menschen mit Schulden.

 

Drei Modellstandorte

Zu Beginn des Projekts wurden die Mitgliedsorganisationen des Paritätischen NRW zu dem Thema befragt. So konnten Erkenntnisse darüber gewonnen werden, in welchen Bereichen der sozialen Arbeit Schreibe- und Leseprobleme am häufigsten auffallen und welche Ansätze zur Ansprache und Unterstützung betroffener Menschen es bereits gibt. Die Ergebnisse fließen in die weitere Projektarbeit ein. Es wurde ein Konzept zur Sensibilisierung von Fachkräften der Mitgliedsorganisationen entwickelt, das an drei Modellstandorten erprobt wurde. Beteiligt sind folgende Mitgliedsorganisationen des Paritätischen NRW und Volkshochschulen:


An den Modellstandorten finden nun niedrigschwellige Lernangebote statt, die so genannten „LernBars“. Diese richten sich an alle, die zwar Kompetenzen in der Schriftsprache erwerben möchten, sich aber noch nicht einem strukturierten Lernprozess stellen wollen oder können. Hier geht es vor allem darum, den Teilnehmenden in vertrauter Atmosphäre Spaß am Schreiben- und Lesenlernen zu vermitteln. Dabei werden Themen aus dem alltäglichen Leben der Teilnehmenden aufgegriffen und einfache Wege zum Lernen aufgezeigt. Für viele Teilnehmende kann eine „LernBar“ eine Brücke sein, um danach an einem strukturierten Kurs teilzunehmen. Sie erhalten hierzu entsprechende Beratung.

Förderung aus Bundesmitteln

Das Projekt „InSole“ läuft von Oktober 2018 bis September 2021. Es wird im Rahmen der „AlphaDekade“ mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert.