Seitliche Perspektive auf eine Hand. Die Hand hält einen Kugelschreiber und setzt zum Schreiben auf einem Collegeblock an.

InSole – In Sozialräumen lernen – Transfer

Mehr als zwölf Prozent der deutsch sprechenden Erwachsenen in Deutschland gelten laut einer Studie der Universität Hamburg als gering literalisiert. Das heißt, dass sie nicht gut lesen und schreiben können. Damit einher geht oft eine Einschränkung ihrer gesellschaftlichen und sozialen Teilhabe sowie ihres selbstbestimmten Lebens.

 

Niedrigschwellige Angebote im gewohnte Umfeld schaffen

Im Zeitraum von Oktober 2018 bis September 2021 haben sich der Deutsche Volkshochschul-Verband als Träger und der Paritätische NRW als Verbundpartner im Projekt „InSole – In Sozialräumen lernen: Grundbildungsimpulse setzen!“ damit beschäftigt, wie betroffene Menschen besser erreicht werden können und wie ihnen der Weg in Angebote zur Erweiterung der Lese- und Schreibkompetenz geebnet werden kann. Denn bisher wagen nur wenige von ihnen den Schritt in entsprechende Kurse. Der Ansatz: die Menschen da abholen, wo ihre Probleme auffallen, zum Beispiel in sozialen Beratungsstellen in ihrem Wohnumfeld. In Befragungen von Mitgliedsorganisationen des Paritätischen NRW gewannen die Projektverantwortlichen Erkenntnisse darüber, in welchen Bereichen der sozialen Arbeit Schreibe- und Leseprobleme am häufigsten auffallen und welche Ansätze zur Ansprache und Unterstützung betroffener Menschen es bereits gibt. Sie entwickelten ein Konzept, das an drei Modellstandorten erprobt wurde. Kern waren die so genannten „LernBars“, niedrigschwellige Lernangebote für Menschen, die zwar Kompetenzen in der Schriftsprache erwerben möchten, sich aber noch nicht einem strukturierten Lernprozess stellen wollen oder können. In diesen ging es vor allem darum, den Teilnehmenden in vertrauter Atmosphäre Spaß am Schreiben- und Lesenlernen zu vermitteln. Das ist in der Regel gelungen: Für die meisten Teilnehmenden waren die „LernBars“ und eine entsprechende Beratung eine Brücke zur Teilnahme an Alphabetisierungs- und Grundbildungs-Kursen.

 

Erfolgsprojekt wird auf andere Bundesländer übertragen

Dieser Erfolg aus Nordrhein-Westfalen soll nun im Rahmen eines Transferprojekts auf andere Bundesländer übertragen werden. Dazu kooperieren der Deutsche Volkshochschul-Verband und der Paritätische NRW mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Soziale Stadtentwicklung und Gemeinwesenarbeit und dem Verband für sozial-kulturelle Arbeit. Im Rahmen des Projekts „InSole – In Sozialräumen lernen – Transfer“ sollen zunächst in Bremen und Hessen niedrigschwellige Alphabetisierungs- und Grundbildungsangebote in neue Strukturen überführt und Lernorte der Sozialraumarbeit geschaffen werden.

 

Förderung aus Bundesmitteln

Das „InSole“-Transferprojekt läuft von Oktober 2021 bis März 2024. Es wird im Rahmen der „AlphaDekade“ mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert.