Mehrere junge menschen unterhalten sich

Migration und Selbsthilfeaktivierung

Bei Menschen mit Migrationsgeschichte ist die Idee der Selbsthilfe nicht sehr bekannt. Das möchte das Projekt „Migration und Selbsthilfeaktivierung – Wissenstransfer und Qualifizierung für eine kultursensible Selbsthilfe/-unterstützung“ ändern. Denn in Selbsthilfegruppen erfahren Menschen mit Erkrankungen oder sozialen Problemen Unterstützung durch Gleichgesinnte. Das ist eine gute Ergänzung zur Betreuung durch professionelle Hilfesysteme.

Zunächst Erprobung in Modellregionen

Um die Idee der Selbsthilfe bei Menschen mit Migrationsgeschichte bekannter zu machen, erprobten zwischen 2015 und 2018 sieben Selbsthilfe-Kontaktstellen neue Wege für eine kultursensible Selbsthilfeunterstützung. Dabei arbeiteten sie zusammen mit Akteuren, die bereits Kontakt zu Menschen mit Migrationsgeschichte haben – beispielsweise Kulturvereine oder Moscheegemeinden, aber auch ärztliches Fachpersonal mit Migrationshintergrund. Diese Akteure genießen das Vertrauen der Menschen.

 

Fortführung des Projekts

Die Erkenntnisse, die in den Modellregionen gewonnen wurden, werden nun gebündelt und in die Fläche gebracht. Neben der Übertragung von good-practice-Beispielen aus den Modellregionen werden dafür auch Kooperationen intensiviert, zum Beispiel mit Migrantenselbstorganisationen, der Gesundheitsselbsthilfe NRW, aber auch Selbsthilfeorganisationen und -verbänden sowie den Selbsthilfe-Kontaktstellen und Selbsthilfegruppen. Ziel ist es, Begegnungen zwischen Selbsthilfeaktiven und Menschen mit Migrationshintergrund zu ermöglichen, die den Boden dafür bereiten, kultur- und sprachübergreifend in der Selbsthilfe aktiv zu werden. Die Gründung neuer Gruppen durch Menschen mit Migrationshintergrund wird dabei genauso gefördert wie der Wille bestehender „deutscher“ Selbsthilfegruppen sowie der Selbsthilfe-Kontaktstellen, sich interkulturell zu öffnen – Hauptsache, alle haben dieselbe Chance, von Selbsthilfe zu profitieren.

 

Projektpartner

Das Projekt „Migration und Selbsthilfeaktivierung: Wissenstransfer und Qualifizierung für eine kultursensible Selbsthilfe/-unterstützung“ läuft von Dezember 2018 bis Juni 2021 und wird von der AOK NordWest und der AOK Rheinland/Hamburg.Träger ist die GSP - Gemeinnützige Gesellschaft für soziale Projekte.