Frau schaut aus Fenster

Richtungswechsel: Sichtbar – Sicher – Selbstbestimmt

Die Arbeit mit von häuslicher Gewalt betroffenen Frauen ist in den vergangenen Jahren immer komplexer geworden. Neben der familiären Konfliktsituation, wegen der die Frauen überhaupt ein Frauenhaus aufsuchen, haben sie oft zahlreiche weitere Probleme. Dazu gehören hohe Schulden, Suchtverhalten oder soziale Isolation. Das macht eine intensivere Betreuung durch das Fachpersonal nötig. Im Projekt Richtungswechsel werden bewährte Konzepte der Frauenhausarbeit weiterentwickelt und neue Ansätze erprobt.

Neue Strukturen


Mit dem Konzept Richtungswechsel werden ergänzend zu den bereits bekannten Konzepten in der Frauenhausarbeit neue Strukturen eingeführt. Ein Phasenmodell strukturiert den Aufenthalt im Frauenhaus für Frauen und Kinder und bietet eine Orientierungshilfe zur Krisenbewältigung. Dabei folgen die Mitarbeitenden im Frauenhaus dem systemischen Ansatz, der die Frau in ihrem gesamten Lebensumfeld in den Blick nimmt. Die Arbeit gliedert sich in folgende Phasen:

  • Aufnahme,
  • Krisenintervention und Stabilisierung,
  • Aufenthalt und Orientierung,
  • Abschluss und Auszug.

 

Öffentliche Sichtbarkeit


Ein weiterer Aspekt ist die öffentliche Sichtbarkeit: Während normalerweise die Adressen von Frauenhäusern ein gut gehütetes Geheimnis sind, gehen die am Projekt beteiligten Einrichtungen an die Öffentlichkeit. So soll die Gesellschaft auf häusliche Gewalt aufmerksam gemacht werden und die Opfer nicht aus der Öffentlichkeit verschwinden. Gleichzeitig gilt es, den Frauen in der Einrichtung den bestmöglichen Schutz zu bieten. Dazu wird ein umfassendes Sicherheitskonzept angeboten und eng mit der Polizei vor Ort zusammengearbeitet.

Kooperationsarbeit


An der Konzeptionierung des Projekts Richtungswechsel waren neben dem Paritätischen NRW das hexenHAUS Espelkamp, das Frauenforum Unna – beides Mitgliedsorganisationen des Paritätischen NRW – und der Paritätische Gesamtverband beteiligt. Das Konzept wird erprobt von März 2014 bis Februar 2017 im hexenHAUS Espelkamp.