Hände mit lackierten Fingenägeln von Seniorin am Rollator

Offene Senior*innenarbeit

Die offene Senior*innenarbeit will älteren Menschen, die noch im eigenen Zuhause leben und nicht dauerhaft pflegebedürftig sind, ein selbstbestimmtes und gesellschaftlich aktives Leben ermöglichen. Dabei reicht die Angebotspalette von professionellen Beratungsangeboten bis hin zu selbstorganisierten Aktivitäten. Mitgliedsorganisationen des Paritätischen NRW sind in Form von Senior*innen-Begegnungsstätten, Altentagesstätten und vielfältigen Senior*innennetzwerken aktiv.

Ohne Ehrenamt geht nichts

Viele dieser Einrichtungen verfügen über eigene Räumlichkeiten, hauptamtliches Personal und bieten regelmäßig ein breites Programm an wie beispielsweise die Kölner Seniorengemeinschaft für Sport und Freizeitgestaltung. Doch in der offenen Senior*innenarbeit geht nichts ohne Ehrenamt: Neben vielen Engagierten in den Einrichtungen organisieren viele Vereine, wie zum Beispiel Altenclubs und Senior*inneninitiativen, ihr Angebot komplett ehrenamtlich. Angebote der offenen Senior*innenarbeit sind gut im Quartier verankert wie zum Beispiel das Nachbarschaftsheim Wuppertal. Daneben beantworten professionelle Senior*innen-Pflege- und Wohnberatungen, wie etwa der Verein für Gemeinwesen- und Sozialarbeit Kreuzviertel in Dortmund, alle Fragen rund um Wohnen und Pflege im Alter.

 

Angebote für spezielle Lebenslagen und Bedürfnisse

Hinzu kommen Mitgliedsorganisationen, die ursprünglich zum Beispiel im Bereich der Jugendkultur- oder Migrationsarbeit tätig sind und projektbezogen mit älteren Menschen zusammenarbeiten, etwa im Rahmen von Senior*innentheater, Patenschaften oder Mehrgenerationen-Wohnen. Die auf zum Teil sehr spezielle Lebenslagen und Bedürfnisse der Menschen ausgerichtete Vielfalt zeichnet den Paritätischen NRW aus: So kümmert sich beispielsweise rubicon in Köln um älter werdende Lesben und Schwulen während sich in Herne Menschen, die einfach anders alt werden wollen, im Verein ID55 engagieren.

Offenen Seniorenarbeit braucht Zuschüsse

Der Paritätische NRW lässt ihnen allen den nötigen Raum, um ihre Ideen nach den eigenen Vorstellungen zu entwickeln, unterstützt mit Beratung und sorgt für den Austausch untereinander. Letzteres ist besonders wichtig, weil viele Aktive zunächst im Alleingang für ihre Ziele und Forderungen eintreten. Nur wenige Angebote der offenen Seniorenarbeit erhalten kommunale Zuschüsse, viele finanzieren sich über Projektmittel, keines verfügt über eine gesicherte Regelfinanzierung. Der Paritätische NRW appelliert hier an die Politik, einen gesetzlichen Rahmen zu setzen, der die Kommunen stärker und verbindlicher als bisher in die Pflicht nimmt, die soziale Infrastruktur als Daseinsvorsorge abzusichern.

Zuordnung des Themas im Verband:

Fachbereich Offene Senior*innenarbeit
Fachgruppe Alter und Pflege (Fachgruppenleitung: Frank Wübbold)