Wohngebiet mit Spielzeug nachgebaut

Quartiersentwicklung

Von der Entwicklung eines Quartiers profitieren alle, die dort leben. Wo ein Quartier anfängt und wo aufhört, legen dabei die Bürger*innen selbst fest – mal sind es drei Straßenzüge, mal ein ganzer Stadtteil. Allen gemeinsam ist das Ziel, das Quartier lebenswerter zu machen, Nachbarschaft und Zusammenleben zu fördern.

Aktivierung der Menschen vor Ort

Quartiersentwicklung findet nicht nur in sogenannten Problemvierteln statt. Im Fokus steht die Aktivierung der Menschen vor Ort, damit durch Bürger*innen- und Nachbarschaftsarbeit positive Strukturveränderungen in Gang kommen: Das können zum Beispiel neue Spielplätze in einer kinderfreundlicheren Nachbarschaft oder neue Freizeitgestaltungsmöglichkeiten für Jugendliche sein. Sehr häufig steht der Aufbau von Versorgungsstrukturen im Fokus, die älteren und vielleicht demenzerkrankten Menschen ein selbstbestimmtes und sicheres Leben in ihrer gewohnten Umgebung ermöglichen.

 

Interessen klären

Die Entwicklung eines Quartieres wird meist im Rahmen von zeitlich begrenzten Projekten und mit speziellen Stiftungs- und Fördermitteln realisiert. Dabei kommt es vor allem darauf an, die Bürger*innen und die Akteure der örtlichen Infrastruktur zusammenzubringen, um Interessen zu klären und konkretes Handeln zu verabreden.

 

Vielfältige Quartiersprojekte

Viele Mitgliedsorganisationen des Paritätischen NRW sind in Quartiersprojekte eingebunden, oft arbeiten sie ohnehin schon gemeinwesenorientiert, etwa in Nachbarschaftsheimen, in Mehrgenerationenhäusern oder Familienzentren. Einige haben Kooperationen mit Wohnungsunternehmen. Die Quartiersprojekte selbst sind sehr unterschiedlich. Verschiedene Projekte beschäftigen sich mit dem Thema Gesundheit im Quartier. In der Siedlung Hustadt in Bochum-Querenburg zum Beispiel entwickelt Ifak im Rahmen von „QUERgesund“ Gesundheitsprojekte gemeinsam mit den Menschen im Stadtteil. In Köln macht sich das Projekt „Rückgrat“ im Bürgerzentrum Ehrenfeld für Bewegung im Alter stark. Oft sind es die Bewohner*innen selbst, die etwas in Bewegung bringen wollen und ein Projekt für ihr Quartier initiieren, wie das Bürger-Kulturzentrum der Villa Zündfunke in Leverkusen-Hitdorf. Auch Kulturschaffende bringen mit ihren Kunstinitiativen oft Menschen zusammen und verschönern ihren Stadtteil. Beispiele hierfür sind die Offene Kunstwerkstatt in Köln-Süd und Keywork im Quartier in Düsseldorf.

 

Breit gefächertes Beratungsangebot

Der Paritätische NRW begleitet seine Mitgliedsorganisationen fachlich bei der Entwicklung von Quartierskonzepten, bietet Schulungen an, berät bei Finanzierungsfragen und organisiert den Austausch über gelungene Beispiele.

 

Stärkung von Engagement und Eigenverantwortung

Der Verband ist davon überzeugt, dass zu einem generationengerechten Quartier mehr gehört als die Versorgung mit professionellen Dienstleistungen: Eine gute Nachbarschaft wirkt präventiv, schafft Sicherheit und kann kleinere Versorgungsengpässe abfedern. Deshalb setzt sich der Paritätische dafür ein, dass die allgemeine Öffentlichkeit in ihrem Engagement und ihrer Eigenverantwortung gestärkt werden, dass die Kommunen mehr Initiative bei der Sozialplanung zeigen und dass die örtlichen Akteure Konkurrenzen überwinden und stärker kooperieren.

 

Zuordnung des Themas im Verband:

Fachbereich Quartiersentwicklung

Fachgruppe Alter und Pflege (Fachgruppenleitung: René Bernards)