Frau unterstützt andere Frau beim Einkaufen

Sozialpsychiatrie

Jeder zweite bis dritte Mensch wird in seinem Leben so stark psychisch krank, dass er zum Arzt muss. Hält die psychische Erkrankung länger als sechs Monate an und beeinträchtigt dauerhaft die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft, spricht man von einer psychischen Behinderung. Menschen brauchen in diesen Fällen auch nach einer ärztlichen oder klinischen Behandlung Unterstützung im Alltag.

Verschiedene Angebotsformen

Hier kommt die Sozialpsychiatrie, auch Gemeindepsychiatrie genannt, ins Spiel. Sie bietet Kontakt- und Beratungsstellen, ambulant betreutes Wohnen, Wohnheime, Tagesstätten, Rehabilitationseinrichtungen und viele andere Hilfen an. Diese Leistungen werden in erster Linie durch die Eingliederungshilfe finanziert.

 

Stark machen für eine verbesserte Versorgung

Der Paritätische NRW ist Fürsprecher für Menschen mit einer psychischen Erkrankung oder Behinderung und setzt sich für eine verbesserte Versorgung ein. Er unterstützt Netzwerke der Sozialpsychiatrie und anderer Bereiche der sozialen Arbeit, wie zum Beispiel der Jugendhilfe, der Pflege, der Suchthilfe oder der Arbeits- und Qualifizierungsprojekte.

 

Wichtige Impulse bei Gesetzesvorhaben

Auch bei Gesetzesvorhaben und Projekten des Landes bringt der Paritätische NRW immer wieder wichtige Impulse ein. Ein Beispiel hierfür war der nordrhein-westfälische Landespsychiatrieplan. Der Verband macht sich dafür stark, dass Versorgungslücken geschlossen und aufsuchende Hilfen, zum Beispiel der Soziotherapie, auch in NRW umgesetzt werden. Dadurch könnten jährlich Klinikaufenthalte von mindestens 5000 psychisch kranken Menschen verkürzt oder sogar verhindert werden.

 

Rund 350 Einrichtungen in NRW

Menschen mit einer psychischen Erkrankung oder Behinderung finden in Nordrhein-Westfalen flächendeckend rund 350 Einrichtungen von über 150 Mitgliedsorganisationen des Paritätischen NRW. Dabei handelt es sich oft um kleinere Vereine, die sich der Arbeit vor Ort verschrieben haben – ganz im Sinne der Sozialpsychiatrie, die sich auf die Psychiatrie-Enquete von 1975 bezieht. Damals löste man die großen Kliniken auf und ging zu einer Betreuung in kleinen Wohnheimen oder durch aufsuchende Hilfen über. In der Paritätischen Qualitätsgemeinschaft "Leistungsanbieter in der Eingliederungs- und Gefährdetenhilfe" engagiert sich eine Reihe von Mitgliedsorganisationen für die weitere Verbesserung der Angebote in diesem Feld.

 

Zuordnung des Themas im Verband:

Fachbereich Sozialpsychiatrie

Fachgruppe Rehabilitation (Fachgruppenleiter: Thomas Tenambergen)