Erzieherin mit Kita-Kindern

Kinder mit Fluchterfahrung in Kitas

Kinder aus geflüchteten Familien haben ab der Vollendung des ersten Lebensjahrs einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. Um den Kindern und ihren Familien das Ankommen in Deutschland zu erleichtern, ist eine frühzeitige Aufnahme in einer Tageseinrichtung für Kinder besonders wichtig. Der Kita-Besuch gibt Sicherheit und Alltagsstruktur in einem kindgerechten Umfeld. Die Teilhabe an den Angeboten der frühkindlichen Bildung schafft darüber hinaus Chancengleichheit und ein Zusammengehörigkeitsgefühl, fördert frühestmögliche Integration und hilft beim Erlernen der deutschen Sprache und der Sprachentwicklung.

Den Anforderungen gerecht werden


Für die pädagogischen Fachkräfte in den Kitas kann die Aufnahme von Kindern mit Fluchterfahrung mit Herausforderungen verbunden sein, zum Beispiel durch Verunsicherungen über den Umgang mit Traumatisierungen, Sprachbarrieren oder kulturellen Unterschieden. Um diesen Anforderungen an ihre pädagogische Arbeit gerecht zu werden, unterstützt der Paritätische NRW die Kitas durch eine kompetente Begleitung und Beratung. Das gilt vor allem für kleine Träger, wie die zahlreichen Elterninitiativen im Paritätischen NRW.

Information, Weiterbildung, Vernetzung


Mit Konzepten, Handreichungen, Vorträgen in Leitungskonferenzen und Einzelfallhilfen informiert der Paritätische NRW die Fachkräfte in den Kitas über (aufenthalts-)rechtliche Bestimmungen sowie den Umgang mit psychischen Problemlagen und gibt Tipps zur interkulturellen Kompetenz und Öffnung der Einrichtungen sowie zur Sprachförderung. Gemeinsam mit der Paritätischen Akademie NRW bietet er themenspezifische Fort- und Weiterbildungen an. Durch eine Vernetzung der Träger untereinander fördert er den Austausch und zeigt Erfolgsmodelle aus der Praxis auf. Auf politischer Ebene vertritt der Verband die Interessen seiner Mitglieder und kommuniziert deren Bedarfe.

Brückenprojekte sind keine Dauerlösung


Gleichzeitig bearbeitet er die Schnittstelle zu sogenannten „Brückenprojekten“ in paritätischer Trägerschaft. Die vom zuständigen Ministerium geförderten Betreuungsangebote sollen den Kindern und ihren Familien das Ankommen in Deutschland erleichtern und die Kinder auf den Besuch eines Regelangebots, also einer Kindertagesstätte, vorbereiten. Der Paritätische NRW begrüßt diesen niedrigschwelligen Zugang zur Kindestagesbetreuung, macht sich jedoch gleichzeitig für die verstärkte Aufnahme der Kinder im Regelsystem stark und fordert diesbezüglich weitere finanzielle und strukturelle Ressourcen für die neuen Herausforderungen ein.

Zuordnung des Themas im Verband:


Fachbereich Flüchtlingskinder in Tageseinrichtungen für Kinder
Fachgruppe Kinder und Familie (Fachgruppenleiter: Martin Künstler)