Mutter schüttet Kind Apfelschorle ein

Hilfen zur Erziehung

Hilfen zur Erziehung sind kommunale Leistungen für Familien mit Kindern. Benötigen sie Unterstützung, weil eine dem Wohl des Kindes oder des Jugendlichen entsprechende Erziehung nicht mehr gewährleistet ist, haben sie einen Rechtsanspruch auf diese Leistungen. Sowohl Eltern und andere Sorgeberechtigte, zum Beispiel Pflegeeltern oder Vormünder, als auch Kinder und Jugendliche selbst sowie junge Volljährige können sich an das örtliche Jugendamt wenden. Dieses prüft den Bedarf und vermittelt Maßnahmen.

Starker Partner der Kommunen

Ein starker Partner in den Kommunen sind dabei die Mitgliedsorganisationen des Paritätischen NRW als Anbieter von Hilfen zur Erziehung. Dazu zählen viele kleinere örtlich ansässige Träger sowie große überregional bekannte Organisationen, wie SOS-Kinderdorf, der Deutsche Kinderschutzbund NRW und der Verbund Sozialtherapeutischer Einrichtungen (VSE) Nordrhein-Westfalen. Das Angebot der Mitgliedsorganisationen umfasst alle drei Bereiche der Hilfen zur Erziehung: ambulante Erziehungshilfen (Unterstützung der Eltern durch Erziehungsberatung, soziale Gruppenarbeit, Erziehungsbeistand oder sozialpädagogische Familienhilfe), teilstationäre Erziehungshilfen (Betreuung der Kinder in einer Tagesgruppe, Beratung der Eltern) und stationäre Erziehungshilfen (Kinderheime, Pflegefamilien, betreutes Wohnen).

 

Rechte kennen und wahrnehmen

Ob ambulant, teilstationär oder stationär – alle Maßnahmen der Hilfen zur Erziehung haben zum Ziel, Kinder und Jugendliche zu schützen und sie in ihrer individuellen und sozialen Entwicklung zu fördern. Dem Paritätischen NRW ist dabei wichtig, dass sowohl Kinder und Jugendliche als auch ihre Eltern ihre Rechte kennen und wahrnehmen. Zusammen mit seinen Mitgliedsorganisationen hat der Verband deshalb die Broschüre „Elternrechte bei Hilfe zur Erziehung“ herausgegeben. Er hat außerdem die Gründung des Vereins Ombudschaft Jugendhilfe NRW maßgeblich mit initiiert und unterstützt diesen kontinuierlich bei seiner Arbeit. Die unabhängige Schlichtungs- und Beratungsstelle hilft jungen Menschen, die Schwierigkeiten in Einrichtungen der Jugendhilfe oder mit dem Jugendamt haben.

Kinder und Jugendliche an Entscheidungen beteiligen

Dem Paritätischen ist wichtig, dass Kinder und Jugendliche mitreden und mitbestimmen können. Deshalb engagiert er sich im Beirat der 2019 neu gegründeten Interessenvertretung „Jugend vertritt Jugend (JVJ NRW)“ (entstanden im Rahmen des Projekts „Gehört werden!“). In die JVJ NRW wurden elf Menschen im Alter zwischen zwölf und 20 Jahren gewählt, die sich stellvertretend für die Ideen und Anliegen aller Kinder und Jugendlichen stark machen, die in NRW in stationären Einrichtungen der Jugendhilfe leben.

Interkulturelle Sensibilität

Da Hilfen zur Erziehung von Familien mit verschiedenen kulturellen Hintergründen in Anspruch genommen werden, legt der Paritätische NRW außerdem viel Wert auf interkulturelle Sensibilität. Anders als bei vielen anderen Trägern arbeiten bei den Mitgliedsorganisationen des Verbandes schon lange Fachkräfte mit verschiedenen Migrations- und unterschiedlichen kulturellen Hintergründen.

 

Zuordnung des Themas im Verband:

Fachbereich Hilfen zur Erziehung

Fachgruppe Hilfen zur Erziehung (Fachgruppenleiter: Rudolf Boll)