In der Debatte um Hartz IV und Armut in Deutschland müssen endlich auch die Betroffenen gehört und ernst genommen werden. Das forderte die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (LAG FW). Viele der 500.000 Haupt- und Ehrenamtlichen, die in den Diensten und Einrichtungen der Freien Wohlfahrtspflege in NRW arbeiten, seien Tag für Tag in unterschiedlichster Form mit Armut konfrontiert. "Armen eine Stimme geben" sei ein zentrales Anliegen der Freien Wohlfahrtspflege in NRW. Die LAG Freie Wohlfahrtspflege hat die Broschüre "Armen eine Stimme geben" als einen Beitrag zum Europäischen Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung neu aufgelegt. Darin werde deutlich, was sich für Menschen, die in Armut leben, tatsächlich in den letzten Jahren verändert hat. Anonymisierte Fallbeispiele vermittelten Innenansichten von Betroffenen sowie Sozialarbeitern. Hensel forderte ein Ende der "unsäglichen Diskussionen" über Sozialschmarotzer und Anspruchsdenken gegenüber dem Sozialstaat.
Hier die Broschüre zum Download (521KB)
Ein NRW-Bündnis aus Arbeiterwohlfahrt, Deutschem Gewerkschaftsbund, der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, dem Kinderschutzbund und dem Paritätischen Wohlfahrtsverband appelliert an die Politiker aller Ebenen endlich gemeinsam, abgestimmt und wirksam gegen die anhaltend hohe Armutsquote bei Kindern und Jugendlichen vorzugehen. Nordrhein-Westfalen könne es sich nicht leisten, fast 800.000 junge Menschen dauerhaft ins gesellschaftliche Abseits zu stellen. Ein von den Bündnispartnern vorgestelltes Memorandum zur Bekämpfung der Kinderarmut, das an Politiker aller Ebenen und Parteien verteilt werden soll, weist den Weg aus dem Teufelskreis Armut. Den Schlüssel zur Problemlösung sieht das Bündnis in einer präventiven Ausrichtung der Kinder- und Jugendhilfe und des Bildungssystems sowie in der Begleitung der Risikofamilien mit einer Präventionskette von der Geburt der Kinder bis zu ihrem Eintritt in das Berufsleben. Ebenso fordern die Bündnispartner eine existenzsichernde Grundsicherung für alle Kinder in Deutschland. Herausgegeben wurde das Memorandum im August 2009 von AWO, DGB, GEW, DKSB und Paritätischem NRW.
Hier die Broschüre zum Download (2,2 MB)
Leverkusener Erklärung
Pakt Ihr das? - Für einen Politikwechsel im Bereich der Kinder- und Jugendförderung
Zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft der Offenen Tür NRW (AGOT) legte das Paritätische Jugendwerk NRW auf dem Fachkongress "Aufwachsen offensiv mitgestalten" (31. März 2009 in Leverkusen) die "Leverkusener Erklärung" vor.
Der Kongress lieferte einen Beitrag zur fachlichen Bestandsaufnahme und kritischen Reflexion der Chancen von Offener Kinder- und Jugendarbeit in Nordrhein-Westfalen.
Hier die Leverkusener Erklärung zum Download (59 KB)
Zur Umsetzung des Urteils des Bundesverfassungsgerichts vom 9. 2.2010 hat der Paritätische Gesamtverband ein Konzept zur Sicherung des Existenzminimums junger Menschen vorgelegt. Der Paritätische schlägt ein neues System der Leistungsgewährung vor. Es ist einfacher, gerechter und zielgenauer. Das Konzept ruht auf vier Säulen, der Regelleistung, einmaligen Leistungen, atypischen Leistungen und Förderleistungen. Die konkret notwendigen Gesetzesänderungen (SGB II und SGB VIII) werden ebenfalls in dem Konzept aufgeführt. Neben dem Regelsatz für den laufenden Bedarf und dem Recht auf einmalige Leistungen wie etwa für die Kosten der Einschulung oder ein Kinderfahrrad fordert der Verband insbesondere einen Rechtsanspruch für alle Kinder auf Angebote der Jugendarbeit. Für Kinder in Hartz-IV-Bezug und anderen Haushalten mit niedrigen Einkommen sei zudem die Kostenfreiheit der Maßnahmen zu garantieren. Die Zuständigkeit für diese Förderangebote soll bei den Kommunen, nicht bei den Jobcentern liegen. Das Konzept wird von namhaften Bundesverbänden unterstützt. Eine Liste der Unterstützer sowie weiteres Hintergrundmaterial sind hier einzusehen unter www. kinder-verdienen-mehr.de Hier das Konzept (10 Seiten) zum Download (720 KB).
Das geplante Kürzungspaket der Bundesregierung umfasst als einen wesentlichen Block Kürzungen im Sozialbereich und dort im besonderen das SGB II, Elterngeld und Wohngeld. In den Regionen (Kreise und kreisfreie Städte), in denen hohe Langzeitarbeitslosigkeit und Armut festzustellen sind, wirken sich die avisierten Sozialkürzungen am stärksten aus. Dies zeigt der aktuelle Sozialatlas, erstellt von Dr. Rudolf Martens, Leiter der Paritätischen Forschungsstelle, auf.
Den gesamten Sozialatlas finden Sie unter www.forschung.paritaet.org. (37 Seiten, Download 1,1 MB).
Deutschland ist hinsichtlich der Armutsentwicklung ein zutiefst zerrissenes Land. Dies geht aus dem "Ersten Armutsatlas für Regionen in Deutschland" hervor, den der Paritätische Gesamtverband im Mai 2009 vorstellte. Der Paritätische präsentierte mit dem Armutsatlas die erste Gesamtübersicht zur regionalen Verteilung von Armut in Deutschland. Dabei belegt der Atlas, dass die gängige statistische Unterscheidung zwischen Ost- und Westdeutschland in der Realität viel zu kurz greife. Ohne gezielte Maßnahmen der Armutsbekämpfung werde mittelfristig jede Grundlage für eine gute ökonomische Entwicklung in den betroffenen Regionen zerstört. Der Verband fordert deshalb die nachhaltige Verknüpfung von Wirtschafts- und Sozialpolitik mit der gezielten Förderung von Regionen. Unter www.armutsatlas.de sind die detaillierten Landerinformationen veröffentlicht. Hier der Armutsatlas (58 Seiten) zum Download (4,5 MB).