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Der arbeitsmarktpolitischen Bulimie ein Ende setzen

Modellprojekt setzt auf nachhaltige Vermittlung von Langzeitarbeitslosen

Düsseldorf, 9.2.2012. Je länger Menschen arbeitslos sind, desto schwerer wird der Weg zurück in Erwerbsarbeit. Mit dem Verlust der Zugehörigkeit zu einem Unternehmen, dem Absturz in den Status „arbeitslos“ und den finanziellen Einbußen nehmen die sozialen Kontakte ab, das Selbstvertrauen sinkt und die Gesundheit leidet. Je nach Anzahl erfolgloser Bewerbungen schwinden Mut und Bereitschaft, sich überhaupt noch Ziele zu setzen. Mit neuen Methoden setzt hier das Projekt Selbstvermittlungscoaching des Paritätischen NRW an, dessen Ergebnisse heute in Düsseldorf rund 250 Fachleuten aus Sozialer Arbeit und Jobcentern vorgestellt wurden.

„Wir müssen der arbeitsmarktpolitischen Bulimie ein Ende setzen“, fordert Werner Lüttkenhorst, Fachgruppenleiter Arbeit im Paritätischen NRW. Nach Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen für Langzeitarbeitslose fällt ein Teil der Teilnehmenden zurück in die Arbeitslosigkeit, oft in die Perspektivlosigkeit – bis irgendwann die nächste Maßnahme winkt. Dieses „Rein-Raus“ schadet den Menschen und ist unwirtschaftlich. Ziel beim Selbstvermittlungscoaching ist dagegen nicht der kurzfristige Vermittlungserfolg, sondern die Arbeit an Haltung, Motivation und Kompetenzen der Teilnehmenden. Damit Langzeitarbeitslose wieder einen Job finden, brauchen sie Unterstützung, aber tun können sie es nur selbst. Mit unkonventionellen Methoden nimmt das Projekt gezielt auch den verdeckten Arbeitsmarkt in den Blick. Denn selbst bei schlechter Konjunktur gibt es permanent Bewegung auf dem Arbeitsmarkt. Allein in Nordrhein-Westfalen werden jährlich annähernd 2 Millionen Stellen neu besetzt.

Das Modellprojekt Selbstvermittlungscoaching (SVC) wurde unter Federführung des Paritätischen NRW von Januar 2010 bis Februar 2012 durchgeführt, mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales NRW, des Europäischen Sozialfonds und der beteiligten Jobcenter. Erprobt wurden die gemeinsam mit arbeitsmarktpolitischen Trägern entwickelten Methoden an fünf Standorten in NRW. Beteiligt waren neben dem Caritasverband für den Kreis Mettmann e. V. vier Mitgliedsorganisationen des Paritätischen: alpha e. V. (Wuppertal), Arbeit Remscheid gGmbH, Wabe mbH (Witten) und die Werkstatt im Kreis Unna GmbH.

Nähere Informationen können Sie über folgenden Link erhalten: www.selbstvermittlung.org

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Pressekontakt
Annette Ruwwe I Telefon: 0202 / 2822-388 I Mobil: 0173 / 5830079 I Mail: presse@paritaet-nrw.org


 
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