Jugendsozialarbeit (§ 13 SGB VIII)
Die durch Kommunen und das Land NRW geförderten Angebote der Jugendsozialarbeit nach § 13 SGB VIII reichen bei weitem nicht aus. Punktuell fördern Jobcenter niederschwellige Angebote für diese Zielgruppe, um eine intensive sozial- und werkpädagogische Arbeit mit diesen Jugendlichen zu ermöglichen. Durch den Kinder- und Jugendförderplan (2011 - 2015) des Landes Nordrhein-Westfalen hat es eine Erhöhung des Mittelvolumens von 1,5 Mio Euro für die Jugendsozialarbeit gegeben. Die Diskussion um den Einsatz dieser zusätzlichen Mittel ist gegenwärtig noch nicht abgeschlossen. Notwendig wäre neben einer Erhöhung der seit vielen Jahren eingefrorenen Strukturförderung auch der Ausbau des Angebotes in die Fläche.
Landesarbeitsgemeinschaft Jugendsozialarbeit NRW (LAG JSA NRW)
Der Paritätische NRW ist seit vielen Jahren aktiv im Vorstand der LAG JSA NRW tätig. Im Berichtszeitraum erarbeitete die LAG JSA NRW ein Standardpapier für alle vom Land über den Kinder- und Jugendförderplan NRW geförderten Angebote (Jugendwerkstätten, Jugendberatungsstellen, Schulverweigerungsprojekte). Im Auftrag der LAG organisierte der Paritätische NRW eine landesweite Veranstaltung mit dem Titel "Kultur auf Spur – interkulturelle Kompetenzen der Jugendsozialarbeit“. Außerdem Hat die LAG über die Fachtagung und über zentrale Themen zukünftiger Herausforderungen der Jugendsozialarbeit in NRW zwei Dokumentationen herausgegeben. Im Vorfeld der Diskussion über einen neuen Kinder- und Jugendförderplan des Landes NRW erarbeitete das Netzwerk der LAG ein Positionspapier und Vorschläge für die Neugestaltung.
Der Bund fördert mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds 50 Kompetenzagenturen und 34 Koordinierungsstellen des Programms Schulverweigerung - Die 2. Chance. Er ergänzt damit das Angebotsspektrum der Jugendsozialarbeit in NRW. Für die LAG JSA NRW hat der Paritätische die Geschäftsführung des verbandsübergreifenden NRW-Forums Kompetenzagenturen / Koordinierungsstellen 2. Chance übernommen. Das NRW-Forum veranstaltet regelmäßig Veranstaltungen zu fachlichen Fragen und dient dem Erfahrungsaustausch und fachpolitischer Lobbyarbeit. Die zunächst angekündigte Kürzung dieser Förderprogramme für die Jahre 2011 bis 2013 konnte durch die fachliche und politische Lobbyarbeit teilweise verhindert werden.
Seitdem die neue Landesregierung ein neues Gesamtsystem für den Übergang von Schule und Beruf in NRW angekündigt hat, bemühen sich die Träger und Verbände der Jugendsozialarbeit und –berufshilfe an den laufenden Beratungen dazu auf Landesebene beteiligt zu werden. Das Vorhaben, flächendeckend Berufsorientierung an allen allgemeinbildenden Schulen einzuführen und jedem ausbildungsfähigen jungen Menschen eine Ausbildungsgarantie zu gewähren, wird von allen Fachleuten begrüßt. Allerdings sind in dem vorliegenden Konzept die bisherigen Ausführungen und Unterstützungsangebote für ausbildungsferne und besonders förderbedürftige Jugendliche ohne Schulabschluss und Ausbildungseignung unzureichend. Der Paritätische NRW strebt hier an, sich gemeinsam mit den Kollegialverbänden in die Diskussion einzubringen. Erreicht werden soll eine bedarfsgerechte Förderung für Jugendliche, die bislang über das nach dem Schuljahr 2011/2012 auslaufende Programm "Werkstattjahr“ gefördert werden. Als Ersatz wird neben einem flächendeckendern Ausbau der Jugendwerkstätten eine Umsetzung des Produktionsschulansatzes für NRW gefordert.
Broschüre Dranbleiben (279KB)
Jahresbericht 2010/2011 (Stand Juni 2011)