
Paritätischer Wohlfahrtsverband warnt vor Ausgrenzung
Wuppertal, den 8.09.2005. Eine Aufhebung der Schulbezirksgrenzen würde nach Auffassung des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes in NRW die Integrationsaufgabe der Grundschulen belasten. "Wenn die Landesregierung eine soziale und kulturelle Trennung im Grundschulalter zulässt, erschwert sie ihr eigenes Bemühen, Kinder mit Migrationshintergrund z.B. durch die Einführung des islamischen Religionsunterrichts in deutscher Sprache zu integrieren" so Cord Wellhausen, Vorsitzender des Paritätischen in NRW.
Die Landesregierung hat angekündigt, die Schulbezirksgrenzen für Grundschulen bis 2008 aufzuheben. Der Wohlfahrtsverband plädiert dafür, die Entscheidung auszusetzen, bis die Konsequenzen für die soziale Zusammensetzung der Grundschulen, für die Schulwege der Kinder und hinsichtlich der Nachbarschaftsbeziehungen der Familien ausreichend geprüft und die von der Landesregierung angekündigten "Stellschrauben" entwickelt sind. Neben den erwünschten Qualitätswettbewerb der Schulen drohe sonst ein gesellschaftlich und ökologisch bedenklicher Mobilitätswettbewerb der Eltern zu treten, in dem Kinder aus sozial schwachen Familien und aus Migrantenfamilien ins Hintertreffen geraten.
„Die Weiterentwicklung des Bildungswesens", so Wellhausen, "verlangt u. E. vordringlich den bedarfsgerechten Ausbau von Ganztagsangeboten in der für eine individuelle Förderung der Kinder erforderlichen Qualität. Die Verbesserung von Handlungsmöglichkeiten der einzelnen Schule zur Optimierung ihrer Arbeit sollte die Integration fördern und der Ausgrenzung entgegenwirken.“
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