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Schutz vor Gewalt ist Sache der Erwachsenen

Fachtagung des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes und Kinderschutzbundes NRW

Wuppertal, den 28.10.2005. Der beste Schutz von Kindern gegen sexuelle Gewalt ist eine liebevolle, unterstützende Familie. So das Fazit einer Übersicht der Forschungen zu Präventionsprogrammen, die Dr. Heinz Kindler vom Deutschen Jugendinstitut bei einer Tagung des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes NRW und des Kinderschutzbundes NRW in Wuppertal vorstellte. Thema des Fachtages war die Wirksamkeit und Qualität von Präventionsarbeit. Viele Kinder wachsen in Familien mit Versorgungsdefiziten und Erziehungsgewalt auf. Sie sind in besonderem Maße gefährdet, sexualisierte Gewalt sowohl innerhalb als auch außerhalb der Familie zu erleiden.

Präventionsangebote richteten sich aber viel zu häufig nur an die Kinder. Zwar nimmt gute Präventionsarbeit bei Kindern vor allem im Bereich der Selbstsicherheit und der Mitteilung von Gewalt-Erfahrungen einen wichtigen Stellenwert ein, kann aber Gefährdungssituationen nicht verhindern. Eine Gegenwehr in Mißbrauchssituationen ist für Kinder kaum möglich, da in der Regel Abhängigkeitsverhältnisse vorliegen. „Unverzichtbar ist eine Ausdehnung der Präventionarbeit auf Eltern und andere erwachsene Betreuungspersonen sowie eine frühe Intervention bei sexuell aggressiven Jugendlichen“, so Kindler. Das bestätigten auch Dr. Claudia Bundschuh vom Kinderschutzbund und Ute Nöthen-Schürmann vom Kommissariat Vorbeugung der Polizei Krefeld.

Um qualitativ gute Präventionsarbeit zu leisten, fehlt aber oft das Geld. Eine flächendeckende, kontinuierliche Versorgung mit Präventionsangeboten vor allem in Schulen, eine bessere Ausbildung von pädagogischem Personal und Polizeibeamten sowie breit angelegte Aufklärungskampagnen zur Sensibilisierung der Gesellschaft wären notwendig, um Erwachsene in ihrer Pflicht zum Schutz von Mädchen und Jungen zu unterstützen.

Weitere Informationen unter
www.beratungsstellen.paritaet-nrw.org

oder
www.amyna.de