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Mehr als 800.000 arme Kinder in NRW
AWO, Kinderschutzbund und Parität fordern Taten
Düsseldorf, 21. Mai 2007. Das von Minister Laumann vor wenigen Tagen amtlich bekanntgegebene neue Rekordniveau bei der Armut von Kindern und Jugendlichen in NRW veranlasst AWO, Kinderschutzbund NRW und Paritätischen Landesverband NRW erneut, mit einem gemeinsamen Aufruf an Politiker aller Ebenen zu appellieren, den Worten endlich Taten folgen zu lassen. „Unseren Kindern und Jugendlichen helfen keine Lippenbekenntnisse! Wer NRW zum kinderfreundlichsten Land in Deutschland machen will, der muss jetzt handeln und dafür sorgen, dass das Recht auf Bildung und Erziehung für alle Kinder eingelöst wird, unabhängig vom Geldbeutel der Eltern!“, forderte Paul Saatkamp, Vorsitzender der AWO Niederrhein, vor der Landespressekonferenz.
„Frühkindliche Bildung ist der Schlüssel, um Armut in den Familien zu überwinden.“, betonte der Landesvorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Cord Wellhausen und kritisierte das geplante Kinderbildungsgesetz: „Um Bildungsdefizite auszugleichen, brauchen Tageseinrichtungen für Kinder ausreichend Betreuungspersonal mit hoher pädagogischer Qualifikation. Mit dem vorliegenden Gesetzentwurf ist das nicht zu machen. Wer bei der Kinderbetreuung kürzt, festigt die Armut dauerhaft und über Generationen!“
Und auch Dieter Greese, Vorsitzender des Deutschen Kinderschutzbundes NRW, sieht hier den Ansatzpunkt: „Bleiben in Armut lebende Familien auf sich allein gestellt, haben die Kinder kaum Chancen, aus dem Teufelskreis der Armut auszubrechen. In Armut aufwachsende Kinder sind die Verlierer des heutigen Bildungssystems. Je ärmer sie sind, desto schlechter schneiden sie in der Grundschule ab.“ Vor diesem Hintergrund kritisiert Greese die „Bewusstseinsspaltung“ des Ministerpräsidenten, der in der Grundsatzkommission seiner Partei für die Abschaffung von Kindergarten-Elternbeiträgen eintritt, zu Hause in NRW aber die Quote für Elternbeiträge erhöht und es armen Kommunen zudem noch untersagen lässt, ihrerseits Eltern zu entlasten.
AWO, Deutscher Kinderschutzbund in NRW und der Paritätische Landesverband NRW fordern im gemeinsamen Aufruf ‘Kinderarmut bekämpfen - die Zukunft unserer Gesellschaft sichern’ vorrangig infrastrukturelle Verbesserungen für arme Kinder! Dafür müssen 5,1 Milliarden Euro (0,26 Prozent des Bruttosozialproduktes) bereitgestellt werden. Eine zusätzliche Grundsicherung von monatlich 300 Euro könnte existenzielle Bedürfnisse der Kinder befriedigen und Bildung und Erziehung in ausreichendem Maße sicherstellen. Diese Maßnahmen sind - nach Auffassung der Vertreter der drei Verbände - nicht nur dringend geboten, sondern auch machbar und finanzierbar.
Ansprechpartner:
Martin Debener, (Paritätischer Wohlfahrtsverband NRW, Tel.: 02 11 / 9 46 00 14)
Friedhelm Güthoff, (Deutscher Kinderschutzbund NRW, Tel.: 02 02 / 74 76 58 80)
Klaus Neubauer (AWO, Tel.: 02 01 / 31 05 - 213)
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"Frühkindliche Bildung ist der Schlüssel, um Armut in den Familien zu überwinden", betonte der Landesvorsitzende des Paritätischen NRW und kritisierte das geplante Kinder- bildungsgesetz. "Wer bei der Kinderbetreuung kürzt, festigt die Armut dauerhaft und über Generationen!"
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"Bleiben in Armut lebende Familien auf sich allein gestellt, haben die Kinder kaum Chancen, aus dem
Teufelskreis der Armut auszubrechen. In Armut aufwachsende Kinder sind die Verlierer des heutigen
Bildungs- systems. Je ärmer sie sind, desto schlechter schneiden sie in der Grundschule ab," so der Vorsitzender des Kinder- schutzbundes in NRW.
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„Wer NRW zum kinderfreundlichsten Land in Deutschland machen will, der muss jetzt handeln und dafür sorgen, dass das Recht auf Bildung und Erziehung für alle Kinder eingelöst wird, unabhängig vom Geldbeutel der Eltern!“, forderte der Vorsitzende der AWO Niederrhein.
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