PARITÄTISCHER warnt vor weiteren Kürzungen bei sozialen Einrichtungen
Dienste direkt betroffen / Soziale Probleme in den Städten und Gemeinden wachsen
Wuppertal, 04.10.2004: Vor den ersten Haushaltsberatungen nach der Kommunalwahl warnt der Paritätische Wohlfahrtsverband in NRW vor weiteren Kürzungen in der Jugend- und Sozialarbeit in den Kommunen. Er sieht insbesondere die soziale und berufliche Integration Jugendlicher gefährdet. Beratungsstellen, soziale Dienste und Einrichtungen haben bereits im letzen Jahr empfindliche Streichungen verkraften müssen, die zu einem erheblichen Stellenabbau bei den Trägern geführt haben. Zusätzlich musste der PARITÄTISCHE als Dachverband landesweit rund 20 Stellen abbauen, weil die Kürzungen des Landes von ca. 3 Mio. auf 1,8 Mio. Euro bis zum Jahre 2005 anders nicht mehr auszugleichen waren.
Die Mitgliedsorganisationen des Verbandes brauchen in finanziell schwierigen Zeiten jedoch eher mehr als weniger Beratungsleistungen, betonte der Landesvorstand am Wochenende in Wuppertal. Die sozialen Probleme in den Stadtteilen und Gemeinden wachsen. Während der Verband sich derzeit auf die Kernleistungen für seine Mitgliedsorganisationen konzentriert, brauchen die sozialen Träger finanzielle Sicherheit, damit sie ihre Arbeit an die veränderten Bedingungen anpassen können, so der Landesvorsitzende Cord Wellhausen.
Rund 2.900 soziale Organisationen, Initiativen und Selbsthilfegruppen mit mehr als 4.000 Einrichtungen sind Mitglied des Paritätischen in NRW. Für den Landesvorstand komme es jetzt darauf an, dass die Kommunen mit dazu beitragen, die soziale Vielfalt zu erhalten und Bürgerengagement zu fördern.
Das Ende des Kommunalwahlkampfs ist der Beginn der sozialen Verantwortung für die neu gewählten Mitglieder in den Räten und Kreistagen. Die Bürgerinnen und Bürger dürfen jetzt nicht allein gelassen werden. Sie brauchen verlässliche soziale Hilfen und eine gute Jugendarbeit, erklärte Wellhausen mit Blick auf die sozialen Folgekosten weiterer Kürzungen in den kommunalen Haushalten.
Gerade in Zeiten, in denen vor dem Hintergrund der Hartz-Gesetze von den Betroffenen mehr Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt verlangt werde, müsse die Förderung von Kindern und Jugendlichen weiter ausgebaut werden.
Darum sei die Zeit für die Sozial- und Jugendpolitiker gekommen, sich bei den bevorstehenden Haushaltsberatungen gegenüber den Kämmerern durchzusetzen, um eine weitere Beeinträchtigung des sozialen Klimas in den Kommunen zu verhindern.
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