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Willkommen beim Paritätischen in Nordrhein-Westfalen





arbeitsdruck 37 - Juni 2003
Schwerpunkt: Qualitätsentwicklung

Inhalt

  • Editorial - Qualitätsentwicklung als Chance!
    Archimedes, dem alten Griechen, wird der Ausruf: „Heureka / Ich hab’s!“ zugeschrieben. Er entdeckte (angeblich in der Badewanne), wie er ohne unerwünschte Nebenwirkungen überprüfen kann, ob eine Krone wirklich aus reinem Gold ist. (Sie wissen schon, die Sache mit der Wasserverdrängung.) Ein anderer Satz, den wir Nicht-Mathematiker von ihm kennen, lautet: “Gebt mir einen festen Punkt, und ich hebe die Welt aus den Angeln.“ Der Ausspruch: „Störe meine Kreise nicht!“ soll ihn das Leben gekostet haben.
  • Entwicklungstendenzen der beruflichen Weiterbildung nach dem SGB II
    Berufliche Weiterbildung war in der Hartz-Kommission kein zentrales Thema, doch sind die gesetzlichen Grundlagen mit dem ersten Gesetz für Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt neu gefasst worden. Neben einer gestärkten Eigenverantwortung der „Weiterbildungswilligen“ soll auch der Wettbewerb zwischen den Bildungsträgern gefördert werden.
  • Das Paritätische Qualitätssystem PQ-Sys
    Die veränderten Rahmenbedingungen im Sozial- und Gesundheitsbereich haben den PARITÄTISCHEN veranlasst, seine Leistungsstruktur um Angebote zum Qualitätsmanagement zu ergänzen. Neun Landesverbände (u.a. der Landesverband NRW) und der Gesamtverband gründeten 1998 die PARITÄTISCHE Gesellschaft für Qualität GmbH (PQ) mit dem Ziel, gemeinsam Dienstleistungen in Sachen Qualität zu entwickeln und anzubieten.
  • Qualitäts-Check PQ-SYS plus®
    Bereits jetzt müssen Träger der beruflichen Weiterbildung laut § 84 SGB III ein System zur Sicherung der Qualität anwenden. Zukünftig wird eine externe fachkundige Stelle die Maßnahmen, aber auch die Träger für die Förderung zulassen. Damit geraten besonders die Mitgliedsorganisationen unter Handlungsdruck, die Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung anbieten.
  • Qualitätsgemeinschaften im Paritätischen NRW
    Auf der Grundlage eines Beschlusses von Vorstand und Geschäftsführung und nach Beratungen der jeweiligen Facharbeitskreise gründeten sich im Frühjahr 2002 die beiden ersten Qualitätsgemeinschaften innerhalb des Landesverbandes des PARITÄTISCHEN NRW. In der „Qualitätsgemeinschaft Vollstationäre Pflege“ schlossen sich 39 Altenpflegeeinrichtungen, in der „Qualitätsgemeinschaft ambulante Pflege“ 60 ambulante Dienste zusammen.
  • Qualitätsmanagementsystem - warum gerade jetzt?
    Die Änderungen der gesetzlichen Grundlagen im SGB III und die geplante Einführung von Zertifizierungsstellen außerhalb der Arbeitsverwaltung bilden den aktuellen Anlass für das Thema. „Qualität“, das Zauberwort für gute, erfolgreiche, professionelle und innovative Arbeit, begleitet uns schon seit einigen Jahren. ISO 9001ff oder EFQM, Fremdoder Selbstevaluation, Qualitätsnachweise und differenzierte Beschreibungen unserer Tätigkeit sind schon lange bekannte Vorgehensweisen.
  • Zertifiziert und dann? "Die heiligen drei Könige" der GrünBau GmbH
    Die GrünBau GmbH (Gemeinnützige Gesellschaft für soziale Beschäftigung und Qualifizierung in der Stadterneuerung mbH) ist ein “Sozialer Berufshilfebetrieb” verwurzelt in der Dortmunder Nordstadt. GrünBau ist seit August 2001 zertifiziert nach DIN EN ISO 9001:2000. Im Folgenden soll erörtert werden, wie hilfreich ein Qualitätsmanagementsystem bei der Balancierung der Kundenwünsche und der Optimierung der betrieblichen Prozesse und Dienstleistungen ist?
  • Qualifizieruung in Kooperation
    Kooperation, Netzwerke und Vernetzung sind als Schlagworte in aller Munde. Das gilt auch für den Markt von Arbeit, Qualifizierung und Vermittlung. Neben den gängigen Kooperationen in Modellprojekten lassen sich in den letzten Jahren immer mehr “Träger arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen”, im Folgenden als “Betriebe” bezeichnet, auch dann auf Kooperationen ein, wenn keine Modellprojekte den Rahmen liefern. In Münster haben sich vier Träger zusammengetan, um sich im Projekt „QuinKo“ (Qualifizierung in Kooperation) gemeinsam für die Zukunft zu rüsten.
  • Qualitätsmanagement im Vermittlungsverbund
    Das Modellprojekt “Kooperationsverbund für regionale Arbeitsvermittlung”, wurde von Januar 2001 bis März 2003 vom PARITÄTISCHEN Landesverband und dem Diakonischen Werk von Westfalen durchgeführt. In zwei Regionen – dem Südkreis Wesel und in Bochum sind dabei Qualitätsstandards und Verfahrensweisen für die Zusammenarbeit mehrerer Träger bei der Arbeitsvermittlung entwickelt worden. (Siehe auch Artikel von Werner Lüttkenhorst, Seite 19.)
  • Forschungsergebnisse Qualitätsmanagement in Beschäftigungsgesellschaften "QMIB"
    Seit Beginn der Umsetzung der Hartz-Reform ist Qualitätsmanagement (QM) für Bildungs- und Beschäftigungsträger ein Muss! Welchen positiven Nutzen hat QM aber für die TeilnehmerInnen von Maßnahmen? Unterstützt durch Mittel des Bundesministeriums für Bildung und Forschung ist ein Forschungsteam um Prof. Dr. Edeltraud Vomberg von der FH Niederrhein dieser Fragestellung fast zwei Jahre lang nachgegangen.
  • QM in der Arbeitsvermittlung
    Der Begriff Hiobsbotschaften trifft nicht wirklich die Qualität der Nachrichten und neuen Anforderungen, von denen Träger arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen zur Zeit heimgesucht, verunsichert oder sogar in ihrer Existenz bedroht werden. Hiob hatte es mit Naturkatastrophen zu tun, deren Nichtabwendbarkeit auch heute noch Probleme bereitet. Obwohl der Markt und die Konjunkturentwicklung beinahe den Charakter von Naturereignissen zu haben scheinen. Nach unserer Ansicht muss die aktuelle Arbeitsmarktpolitik verändert werden; aber sie darf nicht im Postulat enden: „Ziele definieren – Ressourcen verweigern!“
  • Qualtität steigern und sichern
    Im Bericht der Kommission „Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt“ wird für Träger der beruflichen Bildung „die flächendeckende Einführung einer Zertifizierung empfohlen“ und der Gesetzgeber schreibt inzwischen vor, dass Bildungsträger „ein System zur Sicherung der Qualität anwenden“ müssen. Wahrscheinlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis solche Anforderungen auch an Sozialunternehmen im Bereich Qualifizierung, Beschäftigung, Beratung und Vermittlung Arbeitsloser gestellt werden. In der öffentlichen Förderung, sei es auf regionaler, Landes-, Bundes- oder europäischer Ebene, wird Qualitätsmanagement zunehmend zur Voraussetzung für die Bereitstellung öffentlicher Mittel.
  • Modellprojekt erfolgreich abgeschlossen
    Das Modellprojekt „Kooperationsverbund für regionale Arbeitsvermittlung“ – der arbeitsdruck berichtete darüber – wurde nach gut zwei Jahren Ende März mit einer großen Transferfachtagung abgeschlossen. Projektträger waren der PARITÄTISCHE NW und das Diakonische Werk Westfalen. Finanziert wurde das Projekt aus Landes- und EU-Mitteln. Die Umsetzung erfolgte zusammen mit 13 Trägern verschiedener Verbände im Südkreis Wesel und in Bochum. Die wichtigsten Ergebnisse und Produkte des Projekts sollen hier kurz vorgestellt werden. (Siehe auch Artikel von Johannes Massolle, Seite 13.)
  • Begleitung in Arbeit
    Als Reaktion auf die Regionalisierung der Arbeitsmarktpolitik in NRW und auf Initiative der örtlichen Geschäftsführerin des PARITÄTISCHEN verabredeten sich mehrere Träger im Kreis Mettmann zu einem Kooperationsverbund. Bei den Kooperationspartnern handelt es sich um sechs paritätische Träger aus den Arbeitsbereichen: Bildung und Qualifizierung, Integrationsmaßnahmen für Menschen mit Behinderung, Arbeitslosenberatung und Wohnungs- und Obdachlosenhilfe. Von Beginn an war die Fachberatung Arbeit des Paritätischen am Aufbau des Verbundes beteiligt.
  • Fallmanagement in Düsseldorf
    In gewohnt partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit der Stadt Düsseldorf haben die ersten fünf Fallmanager der Düsseldorf Wohlfahrtsverbände ihre Arbeit aufgenommen. Nachdem sich die AWO, Caritas, Diakonie und Paritätischer bereits 1998 in einem Projekt zur Vermittlung in Arbeit (V.I.A.) zusammentaten und erfolgreich in den Methoden Potentialanalyse und Direktvermittlung arbeiteten, folgte nun eine kontinuierliche Weiterentwicklung zum „Fallmanagement“ in der Beschäftigungsförderung für arbeitslose SozialhilfeempfängerInnen.