
Hebammenversorgung gefährdet: pro familia NRW fordert Erhalt und Ausbau
26.10.2026
Kürzungen bei der Vergütung von Beleghebammen, der Wegfall verbindlicher Vorgaben zur Personalbemessung und der wachsende finanzielle Druck auf Krankenhäuser gefährden die Geburtshilfe. Davor warnt pro familia NRW, Mitgliedsorganisation im Paritätischen NRW. Der pro familia-Landesverband befürchtet, dass die Versorgung rund um Schwangerschaft und Geburt sowie die Unterstützung von Familien in schwierigen Lebenslagen nicht mehr ausreichend gewährleistet werden können. In einem Positionspapier erläutert er, was auf dem Spiel steht und welche Verbesserungen notwendig sind.
Versorgung gefährdet
pro familia NRW setzt sich für sexuelle und reproduktive Rechte ein. Dazu gehört das Recht auf eine gute Begleitung während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett – unabhängig von Wohnort und Einkommen. Hebammen sind dafür unverzichtbar. Doch nach Einschätzung von pro familia gefährden aktuelle politische Entscheidungen diese Versorgung: So könnte die neue Hebammengebührenordnung bei Beleghebammen zu Einkommensverlusten von bis zu 30 Prozent führen und sie dazu zwingen, ihre Tätigkeit aufzugeben. Auch das neue Beitragsstabilisierungsgesetz verschärft aus Sicht des Verbands den finanziellen Druck auf Krankenhäuser. Darüber hinaus kritisiert pro familia NRW die Abschaffung des Personalbemessungsinstruments PPR 2.0 und den damit verbundenen Wegfall verbindlicher Vorgaben für die Personalausstattung. pro familia befürchtet, dass dadurch weniger Personal für die Betreuung zur Verfügung steht und weniger Zeit für jede Gebärende bleibt.
Arbeit von Hebammen stärken
Gemeinsam mit dem Netzwerk für reproduktive und sexuelle Gesundheit in NRW fordert pro familia NRW deshalb, die Hebammenversorgung zu erhalten und auszubauen – in Kliniken, Geburtshäusern und bei Hausgeburten. Geburtshäuser müssen als gleichwertiger Teil der geburtshilflichen Versorgung anerkannt und finanziell gefördert werden. Zu den weiteren Forderungen zählen eine faire Vergütung für alle Hebammen in der Geburtshilfe und in den Frühen Hilfen sowie die Sicherung der Fördermittel für Familienhebammen im Rahmen der Netzwerke Frühe Hilfen. Auch die präventive Arbeit aller Hebammen muss politisch anerkannt und gestärkt werden. Hebammen und Familienhebammen sind unverzichtbare Säulen der Gesundheits- und Sozialversorgung und müssen als solche anerkannt werden.