Der Paritätische NRW

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Händeschütteln zweier Hände mit unterschiedlicher Hautfarbe.

Nachhaltige Pflege-Fachkräftegewinnung aus dem Ausland

04.11.2026

Mit dem Projekt „Welcome Bridge“ setzt die GSE – Gesellschaft für Soziale Dienstleistungen Essen, Mitgliedsorganisation im Paritätischen NRW, auf internationale Fachkräftegewinnung ohne klassische Vermittlungsagentur. Kooperationen mit Pflege- und Sprachschulen in Herkunftsländern, frühe persönliche Begleitung und ein Integrationskonzept sollen Pflegekräfte langfristig für Essener Pflegeeinrichtungen gewinnen.

Antwort auf den Fachkräftemangel

Der Fachkräftemangel in der Pflege stellt viele Träger und Einrichtungen vor große Herausforderungen. Personal im Inland zu finden, ist schwierig. Gleichzeitig stoßen kurzfristige Lösungen über klassische Personaldienstleister sowohl qualitativ als auch wirtschaftlich zunehmend an ihre Grenzen. Vor diesem Hintergrund hat die GSE das Projekt „Welcome Bridge“ zur internationalen Personalgewinnung entwickelt. Sie verzichtet auf das klassische Vermittlungsagenturmodell und setzt stattdessen auf langfristige und persönliche Zusammenarbeit.

Kooperationen vor Ort

Ausgangspunkt des Projekts sind internationale Kooperationen mit Pflege- und Sprachschulen in den Herkunftsländern. Die Zusammenarbeit beginnt bereits während der Ausbildung: Ab dem zweiten Lehrjahr werden Auszubildende begleitet, sodass fachliche Entwicklung, persönliche Kompetenzen und sprachliche Fortschritte frühzeitig gefördert werden können. Gemeinsam mit den Partnern vor Ort hat die GSE zusätzliche fachliche Module entwickelt, die die künftigen Mitarbeitenden gezielt auf die Anforderungen des deutschen Pflege- und Gesundheitssystems vorbereiten. Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung und dem Erwerb der sprachlichen Qualifikation wechseln die Pflegefachkräfte nach Deutschland.

Erfolg durch fachliche und soziale Integration

Ob im Herkunftsland, bei der Ankunft in Deutschland oder in der Pflegeeinrichtungen: Die Fachkräfte werden von Anfang an persönlich begleitet. Führungskräfte reisen in die Herkunftsländer und lernen die künftigen Mitarbeitenden dort kennen. Bei der Einreise sorgen bereits bekannte Ansprechpersonen, etwa am Flughafen, für einen persönlichen Empfang und in den Einrichtungen begleiten geschulte Integrationsmultiplikator*innen die neuen Kolleg*innen im Arbeitsalltag. Bislang konnten so mehr als 50 Arbeitsverträge abgeschlossen werden. Rund 18 internationale Mitarbeitende sind bereits in den Einrichtungen der GSE tätig und erste Beschäftigte haben ihre Anerkennung erhalten. Das Projekt „Welcome Bridge“ zeigt, dass internationale Fachkräftegewinnung gelingen kann, wenn sie langfristig geplant, partnerschaftlich organisiert und menschlich begleitet wird.