Der Paritätische NRW

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Kinder von hinten zu sehen. Im Hintergrund ist eine Leinwand.

Bilder sagen mehr als Worte: Kurzfilmprojekt für Kinder ohne Deutschkenntnisse

05.08.2026

Sprache sollte kein Hindernis sein, um Kino zu erleben. Das Projekt „Kino ohne Sprachbarrieren“ der filmothek der Jugend NRW, Mitgliedsorganisation im Paritätischen NRW, macht genau das möglich: Es bringt kostenfreie Kurzfilmveranstaltungen mit interaktivem Rahmenprogramm zu Kindern ohne Deutschkenntnisse in ganz NRW.

Sprachunabhängig Teilhabe fördern

Ins Kino gehen oder gemeinsam im Unterricht einen Film ansehen – für viele Kinder im Grundschulalter ist das trotz gestiegenem Medienkonsum noch immer ein echtes Highlight. Um auch Kindern, die nur wenig oder gar kein Deutsch verstehen, solche Kinomomente zu ermöglichen, hat die filmothek der Jugend NRW aus Duisburg das Projekt „Kino ohne Sprachbarrieren“ ins Leben gerufen. Es umfasst ein kostenfreies, interaktives Kurzfilmprogramm für Kinder in Einrichtungen der Flüchtlingshilfe, gemischten Vor- oder Grundschulklassen sowie Gruppen aus Jugendfreizeiteinrichtungen. Ein*e Referent*in der filmothek führt die Veranstaltung in der jeweiligen Institution mit Unterstützung des Fachpersonals durch. Das Filmerlebnis dauert rund zwei Stunden und kann über die Website des Vereins angefragt werden.

Spielerisch Sprachbarrieren überwinden

Die Grundidee des Projekts ist einfach: Kino soll für alle Kinder, unabhängig von ihren Deutschkenntnissen, zugänglich sein. Kurzfilme eignen sich dafür besonders gut, denn sie kommen ohne viel Sprache aus und sind mit ihrer Länge von vier bis neun Minuten auf die Konzentrationsspanne junger Zuschauer*innen abgestimmt. Das „Kino ohne Sprachbarrieren“ zeigt bewusst künstlerische Animations- und Experimentalfilme als Kontrast zum Mainstream-Fernsehprogramm, das den Medienalltag vieler Kinder dominiert. Was auf der Leinwand zu sehen war, wird anschließend in einem Filmgespräch gemeinsam besprochen. Mit einfachen, sprachsensibel formulierten Fragen und unterstützt durch das Fachpersonal der Einrichtung, setzen sich die Kinder so intensiv mit den Kurzfilmen auseinander und erweitern ganz nebenbei Wortschatz und Sprachkenntnisse.

Kreativ werden nach dem Film

Ergänzt wird das Filmprogramm durch praktische Workshops, die Kinder aktiv in die Welt des Films hineinholen: Stop-Motion-Animation, Pixilation, Lichtmalerei oder Greenscreen – die begleitenden Aktionen laden zum Ausprobieren und Entdecken ein. Das Filmerleben wird dadurch nicht nur vertieft, sondern auch zum Ausgangspunkt für eigene kreative Ausdrucksmöglichkeiten. So bietet „Kino ohne Sprachbarrieren“ einen niedrigschwelligen Zugang zu kultureller Teilhabe, der mit wenig Sprache viel Wirkung entfaltet und die Sprachentwicklung spielerisch fördert.