Der Paritätische NRW

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Bunte Fäden, die zu einem Netz zusammengesponnen sind.

Wenn die Krankheit bleibt und Anlaufstellen fehlen: Neues Netzwerk unterstützt Long-Covid-Betroffene in NRW

24.07.2026

Langzeiterkrankungen nach einer Corona-Infektion sind noch weitgehend unerforscht. Betroffene leiden unter fehlenden Versorgungsstrukturen und Anlaufstellen. Das Long Covid Netzwerk aus Höxter, Mitgliedsorganisation im Paritätischen NRW, hat sich von einer Selbsthilfegruppe zum anerkannten Landesverband entwickelt und stärkt Long-Covid-Erkrankte durch politische Interessenvertretung und niedrigschwellige Unterstützungsangebote.

Von der Selbsthilfegruppe zum Landesverband

Vergilbte Hygienehinweise auf Büro-Toiletten, verwaiste Desinfektionsmittelspender, volle Konzerthallen und Maskenlager – Corona ist für viele Menschen vorbei. Einige sind jedoch nie von einer Covid-19-Infektion genesen und kämpfen täglich gegen die Langzeitfolgen an. Ohne Selbsthilfegruppen und den Austausch in der Community hätten Betroffene wenig Anlaufstellen und Unterstützung. Denn die Forschung zu Long Covid steht noch am Anfang und spezialisierte Ärzt*innen oder Kliniken sind rar. Das möchte das Long Covid Netzwerk, Mitgliedsorganisation im Paritätischen NRW ändern. Gegründet als Selbsthilfegruppe von einem Betroffenen ist das Netzwerk letztes Jahr als Landesverband für NRW anerkannt worden.

Langzeitfolgen von Corona

Konzentrationsschwierigkeiten, Erschöpfung, Schwindel und Kreislaufprobleme zählen zu den häufigsten Symptomen bei Langzeiterkrankten nach einer Corona-Infektion. Halten die Beschwerden länger als vier Wochen an, spricht man von Long Covid. Klingen sie auch nach drei Monaten nicht ab oder treten neu auf, liegt das Post-Covid-Syndrom vor. In besonders schweren Fällen kann sich daraus die chronische Multisystemerkrankung ME/CFS entwickeln, die mit extremer Erschöpfung einhergeht, den Alltag stark einschränkt und bis zur Bettlägerigkeit führen kann. So unterschiedlich Symptome und Ausprägung der Erkrankungen auch sind, was die Betroffenen eint, ist ein meist langer und zermürbender Weg durch das Gesundheitssystem, bis ihre Beschwerden ernst genommen und richtig eingeordnet werden. 

Anlaufstelle und Interessenvertretung

Damit das Thema politische und gesellschaftliche Aufmerksamkeit erhält und Betroffene Unterstützung erfahren, ist die Vernetzung einzelner Akteur*innen und Gruppen entscheidend. In NRW übernimmt diese Rolle das Long Covid Netzwerk aus Höxter als anerkannter Landesverband. Auf der Internetseite des Netzwerks finden Erkrankte und Interessierte viele Informationen: etwa ein Verzeichnis von Selbsthilfegruppen, Community-Umfragen zu Kliniken und Fachärzt*innen und daraus resultierende Listen, FAQs zur Erkrankung und eine große WhatsApp-Community. Nach eigenen Angaben erreicht das Long Covid Netzwerk landesweit mehr als 1.000 Betroffene und bietet digital und in Präsenz Raum für Austausch und gegenseitige Unterstützung.