
Modellprojekt qualifiziert Ehrenamtliche: Rheuma-Erkrankte schulen angehende Gesundheitsfachkräfte
14.10.2026
Die Rheuma-Liga NRW, Mitgliedsorganisation im Paritätischen NRW, hat in einem einzigartigen Modellprojekt Rheuma-Erkrankte zu Multiplikator*innen ausgebildet. Sie sensibilisieren angehende Gesundheitsfachkräfte an Berufsschulen im Umgang mit Rheuma-Patient*innen. Nach sechs erfolgreichen Jahren geht das Projekt nun in die Regelversorgung über.
Unterricht durch Rheuma-Erkrankte
Enge Einmalhandschuhe über dicke Winterhandschuhe anziehen und dann im Portemonnaie nach Kleingeld kramen – so anschaulich lernen angehende Gesundheitsfachkräfte, wie sich das Leben mit Rheuma anfühlen kann. Das Besondere an den Unterrichtseinheiten: Sie werden von Rheuma-Erkrankten selbst gegeben. In dem Modellprojekt „Chronisch krank hautnah – auch in der Ausbildung“ hat die Rheuma-Liga NRW gemeinsam mit der Hochschule Bochum Ehrenamtliche mit chronischer Erkrankung geschult, damit diese Auszubildenden in Gesundheitsberufen ihre eigene Erkrankung und den Umgang damit praktisch näherbringen können.
Projekt wird weitergeführt
Rund ein Viertel der Menschen in Nordrhein-Westfalen sind nach Schätzungen der Rheuma-Liga NRW von einer oder mehreren der mehr als 150 verschiedenen Rheuma-Diagnosen betroffen. Da Außenstehende die Auswirkungen der Krankheit und die daraus entstehenden Bedarfe der Betroffenen kaum nachvollziehen können, kam der Rheuma-Liga NRW die Idee, Erkrankte selbst zu Lehrenden auszubilden. Zwischen 2020 und 2026 wurden insgesamt 57 ehrenamtliche Multiplikator*innen im Alter von 24 bis 80 Jahren qualifiziert. Sie absolvierten mehr als 70 Unterrichtsbesuche an Berufsschulen in ganz NRW. Im April 2026 endete die Förderphase. Aufgrund des großen Erfolgs führt die Rheuma-Liga NRW das Projekt eigenständig weiter. Interessierte Ehrenamtliche können sich für die nächste Fortbildungsreihe Anfang 2027 bewerben. Gefördert wurde das Modellprojekt von der AOK NordWest und der AOK Rheinland/Hamburg.