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Eine ältere Person hockt neben einer anderen älteren Person, die in einem Sessel sitzt. Beide sind einander zugewandt und lächeln.

Kontaktbüros Pflegeselbsthilfe können vorerst weitergeführt werden: Anpassung der Programmlinie eröffnet neue Perspektiven für pflegende Angehörige und Selbsthilfegruppen

02.07.2026

Es gibt eine gute Nachricht für pflegende Angehörige und Pflegeselbsthilfegruppen: Nach intensiven Gesprächen des Paritätischen NRW mit den Fördergebern wurde die Programmlinie für die Kontaktbüros Pflegeselbsthilfe angepasst. Dadurch können nun doch Anträge auf Weiterförderung gestellt werden, nachdem die Schließung der Kontaktbüros in paritätischer Trägerschaft bereits angekündigt worden war. Damit besteht die Möglichkeit, die Kontaktbüro Pflegeselbsthilfe zunächst für ein weiteres Jahr fortzuführen.

Förderbedingungen angepasst

Grund für die ursprünglich angekündigte Schließung waren kurzfristig veröffentlichte Förderbedingungen, die die Gewährung der Förderpauschale an feste Stellenanteile banden. Für viele Träger war dies praktisch nicht umsetzbar. Mit der nun erfolgten Anpassung der Programmlinie wurde klargestellt, dass die Förderpauschale nicht mehr an einen tatsächlichen Stelleneinsatz von 0,5 beziehungsweise 0,75 Vollzeitäquivalenten gebunden ist.

Fachpersonal weiter beschäftigen

„Wir begrüßen diese Klarstellung ausdrücklich. Sie hat es uns ermöglicht, die Situation neu zu bewerten und einen Antrag auf Weiterförderung zu stellen“, sagt Katharina Benner, Geschäftsbereichsleiterin Engagement, Selbsthilfe, Nutzer*innenInteressen und Bürger*innenorientierung, Gesundheit beim Paritätischen NRW. „Damit schaffen wir die Voraussetzung, unser Fachpersonal, das die Arbeit der Pflegeselbsthilfe in den vergangenen Jahren aufgebaut und begleitet hat, weiter zu beschäftigen und die Unterstützung für pflegende Angehörige vor Ort zunächst zu sichern.“

Entlastung, Orientierung und Austausch

Die Kontaktbüros Pflegeselbsthilfe informieren Interessierte über bestehende Selbsthilfegruppen, begleiten die Gruppen in ihrer Arbeit und unterstützen den Aufbau neuer Angebote. Für viele pflegende Angehörige ist diese Unterstützung eine wichtige Hilfe, um Entlastung, Orientierung und Austausch mit Menschen in ähnlichen Lebenssituationen zu finden.

Dauerhaft Unterstützung benötigt

„Wir freuen uns über diese positive Entwicklung. Gleichzeitig bleibt unser Ziel eine verlässliche und langfristige Förderung der Pflegeselbsthilfe. Pflegende Angehörige und ihre Selbsthilfegruppen brauchen Planungssicherheit und dauerhafte Unterstützung. Dafür werden wir uns auch weiterhin einsetzen“, so Benner.

Hintergrundinfo

Zur Stärkung der Selbsthilfe pflegender Angehöriger fördern das Land Nordrhein-Westfalen und die Landesverbände der Pflegekassen seit 2017 landesweit sogenannte Kontaktbüros Pflegeselbsthilfe. Diese informieren Interessierte über bestehende Selbsthilfegruppen, begleiten die Gruppen in ihrer Arbeit und unterstützen die Gründung neuer Angebote. Mit über 20 Standorten ist der Paritätische NRW einer der größten Träger solcher Kontaktbüros in Nordrhein-Westfalen.