
Suchthilfe
Menschen mit Suchterkrankungen stehen oft vor vielschichtigen Problemen. Sie brauchen passgenaue, individuelle und schnelle Hilfe – und die finden sie in den Einrichtungen und Diensten der Suchthilfe unter dem Dach des Paritätischen NRW. Trotz großer Vielfalt eint die Mitgliedsorganisationen vor allem der akzeptierende Ansatz und die niedrigschwellige Erreichbarkeit der Angebote.
Akzeptierender Ansatz von Anfang an
Die Hilfen reichen von Prävention über Drogenberatung und Substitutionsambulanzen bis zur medizinischen Rehabilitation und zum Betreuten Wohnen. Vor allem in der offenen illegalen Drogenszene sind gute zielgruppenorientierte Hilfen zahlreicher Träger fest verankert. Aber auch bei den substanzunabhängigen Süchten haben sich in den vergangenen Jahren Mitgliedsorganisationen des Paritätischen landesweit etabliert. Dabei war der Paritätische NRW immer Vorreiter in der akzeptierenden Drogen- und Suchthilfe und hält konsequent daran fest: Abstinenz bleibt ein wichtiges Ziel, ist aber nicht für alle Betroffenen erreichbar. Im Zentrum stehen daher Schadensminimierung (Harm Reduction) und der Erhalt der Lebensqualität. Was Lebensqualität bedeutet, entscheiden die Betroffenen selbst – ebenso, welche Hilfe sie annehmen, welchen Weg sie wählen und welches Ziel sie setzen.
Vielfältige Trägerlandschaft
Erste Anlaufstellen für Abhängigkeitserkrankte, Konsumierende und Angehörige sind in der Regel die Suchtberatungsstellen vor Ort; sie sind das Rückgrat der Suchthilfe in NRW. Das Spektrum der Angebote ist breit und reicht von äußerst niedrigschwelligen Angeboten mit sauberem Konsummaterial und Drogenkonsumräumen mit medizinischer und pflegerischer Begleitung, über ausführliche Beratungsgespräche bis zur Vermittlung weiterführender Unterstützung.
Dem Paritätischen NRW gehören über 35 spezialisierte Suchtberatungsstellen sowie mehr als 50 Träger im ambulanten und stationären Wohnen für Menschen mit Suchterkrankung an. Mehrere Fachverbände, die Landesstellen für Prävention, die Landesfachstelle Familie, Geschlechtervielfalt und Sucht Bella Donna
Nicht verlässlich refinanziert
Der Paritätische NRW engagiert sich in zahlreichen Gremien auf kommunaler Ebene, in NRW und im Bund für die Belange der Suchthilfe. Das Feld ist komplex, mit vielen Schnittstellen zu anderen Bereichen sozialer Arbeit – von der Jugend- bis zur Altenhilfe – und geprägt von verschiedenen Bestimmungen, Sozialgesetzen (SGB II, V, IX, XII), Strukturen und Partnern.
Kaum ein Bereich im gesundheitsbezogenen Feld der sozialen Arbeit ist so gut dokumentiert und statistisch erfasst wie die Suchthilfe. Entsprechend belegt ist der enorme Bedarf: Die Suchtberatungsstellen sind dauerhaft ausgelastet, die Fallzahlen sind hoch. Trotz des großen Bedarfs bewegen sich viele Träger in finanzieller Unsicherheit: Ihre Angebote sind meist im Rahmen sogenannter freiwilliger Leistungen der Kommunen und deshalb nicht verlässlich refinanziert. Der Paritätische NRW setzt sich für eine verbindliche Verortung der Leistungen der Suchthilfe bei den Kostenträgern im Rahmen einer pauschalierten Pflichtversorgung ein.
Zuordnung des Themas im Verband:
Fachbereich Sucht- und Gefährdetenhilfe
Fachgruppe Teilhabe, Inklusion und Rehabilitation (Fachgruppenleitung: Thomas Müller)
Ansprechperson
