Der Paritätische NRW

Navigation

Eine Person sitzt auf einem Sofa und stützt ihr Gesicht in ihre Hände
© thodonal88/shutterstock

In drei Schrit­ten zur Kur: Be­ra­tung für pf­le­gen­de An­ge­hö­ri­ge in Kur­be­ra­tungs­s­tel­len

Bundesweit einzigartig: Die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege NRW, der auch der Paritätische NRW angehört, verfügt über 125 Kurberatungsstellen für pflegende Angehörige in NRW. Welche Ansprüche habe ich als pflegende*r Angehörige*r? Welche stationären Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen, umgangssprachlich Kuren genannt, gibt es überhaupt? Und wie funktioniert das mit dem Antragsverfahren und den Formularen? Praktische Unterstützung zu diesen und vielen weiteren Fragen bekommen pflegende Angehörige bei den Kurberatungsstellen der Freien Wohlfahrtspflege NRW. Möglich gemacht hat dies das Projekt „Zeit und Erholung für mich – Kuren für pflegende Angehörige“, gefördert durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW. Umgesetzt wurde das Projekt durch den Caritasverband für das Erzbistum Paderborn und die AW Kur und Erholungs GmbH (AWO). Auch wenn das Projekt nach einer Laufzeit von drei Jahren ausgelaufen ist, werden weiterhin Beratungen für pflegende Angehörige über die Kurberatungsstellen der Wohlfahrtsverbände angeboten.

Beratung für Pflegende zu Kuren und zur Versorgung der pflegebedürftigen Angehörigen

Kurmaßnahmen können alleine oder gemeinsam mit der gepflegten Person in Anspruch genommen werden. „Wir beraten nicht nur zu allen Fragen der Beantragung von Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen, sondern – und das ist der Clou - unterstützen bei Bedarf auch bei der Organisation einer geeigneten Versorgung des pflegebedürftigen Angehörigen“, erläutert Verena Ising-Volmer, Projektleiterin und Sprecherin des Fachausschusses Müttergenesung der Freien Wohlfahrtspflege NRW. Im Projektverlauf haben die Wohlfahrtsverbände in NRW mit den teilnehmenden Beratungsstellen von Diakonie, DRK, AWO und Caritas bundesweit 31 Kliniken mit Angeboten speziell für pflegende Angehörigen identifiziert und beraten nun, welche Angebote zu wem passen – mit Erfolg. „Wir sind sehr stolz darauf, dass die Pflegenden unsere Beratungsangebote sehr positiv bewertet haben“, freut sich Ising-Volmer über die Projekt-Evaluation. Viele äußern sich wie diese Angehörige: „Ich weiß nicht, was ich ohne diese Auszeit gemacht hätte. Es ging mir schon lange nicht mehr gut. In der Kur habe ich gelernt, dass ich Pausen brauche und es keine Schwäche ist, um Hilfe zu bitten.“

Wachsender Beratungsbedarf in NRW

Der Bedarf ist immens: Allein in NRW sind es mehr als 900.000 Menschen, die hauptverantwortlich pflegebedürftige Angehörige in der Häuslichkeit betreuen, Tendenz steigend. „Häusliche Pflege ist häufig eine langjährige, kräftezehrende und belastende Aufgabe, die auch krankmachen kann. Wir sehen in den Kliniken, dass die Menschen oft erst wieder lernen müssen, die eigenen Bedürfnisse zu berücksichtigen“, berichtet Andreas Frank, Geschäftsführer der AW Kur und Erholungs GmbH (AWO) aus der Beratungspraxis. „Wir wünschen uns, dass die im Projekt aufgebaute Expertise weiter Früchte trägt und die Beratung pflegender Angehöriger ein wichtiger und unverzichtbarer Zukunftsbaustein der Kurberatungsstellen ist und bleibt“, betonen Verena Ising Volmer und Andreas Frank für die Projektträger.

In drei Schritten zur Kur: Was muss ich tun?

Nehmen Sie Kontakt zur Kurberatungsstelle auf. In einem ersten Gesprächstermin wird Ihre Situation und der Anspruch auf eine Kur geklärt. Danach lassen Sie sich in Ihrer Arztpraxis die Notwendigkeit einer Kurmaßnahme bestätigen. Die Kur-Berater*innen füllen mit Ihnen gemeinsam den Kurantrag aus und helfen bei der Auswahl der passenden Kurklinik. Natürlich wird auch für die Versorgung Ihres Pflegebedürftigen eine geeignete Lösung gefunden, wenn eine gemeinsame Kur nicht möglich ist. Weitere Informationen sowie eine Übersicht der Kurberatungsstellen der Freien Wohlfahrtspflege in Ihrer Nähe finden Sie hier auf der Internetseite des Projektes: www.kuren-fuer-pflegende-angehoerige.de.

Hintergrundinfo: Die Freie Wohlfahrtspflege in NRW

In der Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege NRW haben sich die Arbeiterwohlfahrt, die Caritas, der Paritätische, das Deutsche Rote Kreuz, die Diakonischen Werke und die Jüdischen Gemeinden mit ihren 16 Spitzenverbänden zusammengeschlossen. Die Freie Wohlfahrtspflege NRW weist auf soziale Missstände hin, initiiert neue soziale Dienste und wirkt an der Sozialgesetzgebung mit. Mit ihren Einrichtungen und Diensten bieten sie eine flächendeckende Infrastruktur der Unterstützung für alle, vor allem aber für benachteiligte und hilfebedürftige Menschen an. Ziel der Arbeit der Freien Wohlfahrtspflege NRW ist die Weiterentwicklung der sozialen Arbeit in Nordrhein-Westfalen und die Sicherung bestehender Angebote.