Der Paritätische NRW

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Zwei Personen auf einer Sommerwiese.
© M.Dörr & M.Frommherz/Adobe Stock

So­zial­psy­ch­ia­trie

Jeder zweite bis dritte Mensch wird in seinem Leben so stark psychisch krank, dass er zum Arzt muss. Hält die psychische Erkrankung länger als sechs Monate an und beeinträchtigt dauerhaft die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft, spricht man von einer psychischen Behinderung. Menschen brauchen in diesen Fällen auch nach einer ärztlichen oder klinischen Behandlung Unterstützung im Alltag.

Viele verschiedene Hilfen

Insbesondere für diese Menschen mit einer psychischen Behinderung wird die Sozialpsychiatrie, auch Gemeindepsychiatrie genannt, aktiv. Sie bietet Kontakt- und Beratungsstellen, ambulant betreutes Wohnen, Wohnheime, Tagesstätten, Rehabilitationseinrichtungen und viele andere Hilfen an. Diese Leistungen werden in erster Linie durch die Eingliederungshilfe finanziert.

Versorgung verbessern

Der Paritätische NRW ist Fürsprecher für Menschen mit einer psychischen Erkrankung oder Behinderung und setzt sich für eine verbesserte Versorgung ein. Er unterstützt Anbieter und Netzwerke der Sozialpsychiatrie sowie andere Bereiche der sozialen Arbeit, die psychisch kranken Menschen zur Seite stehen, wie zum Beispiel die Jugendhilfe, Pflege, Suchthilfe oder Arbeits- und Qualifizierungsprojekte. In verschiedenen Gremien und Arbeitsgruppen, wie der Paritätischen Qualitätsgemeinschaft „Leistungsanbieter in der Eingliederungs- und Gefährdetenhilfe“, engagieren sich die Mitgliedsorganisationen des Paritätischen NRW gemeinsam für die Verbesserung der Angebote.

Impulse geben und Stellung beziehen

Bei Gesetzesvorhaben des Landes NRW bringt der Paritätische NRW wichtige Impulse und Stellungnahmen ein. Ein Beispiel hierfür war der nordrhein-westfälische Landespsychiatrieplan, aus dem der Landesbeirat Psychiatrie NRW entstand. Der Verband macht sich dafür stark, dass Versorgungslücken geschlossen und aufsuchende Hilfen, zum Beispiel der Soziotherapie, auch in NRW umgesetzt werden. Durch einen Rahmenvertrag mit einem Teil der gesetzlichen Krankenkassen, den sogenannten Primärkassen, können seit 2021 neue Dienste aufgebaut werden.

Rund 350 Einrichtungen in NRW

Menschen mit einer psychischen Erkrankung oder Behinderung finden in Nordrhein-Westfalen flächendeckend rund 350 sozialpsychiatrische Einrichtungen von über 150 Mitgliedsorganisationen des Paritätischen NRW. Dabei handelt es sich oft um kleinere Vereine, die sich der Arbeit vor Ort verschrieben haben – ganz im Sinne der Gemeindepsychiatrie, die sich auf die Psychiatrie-Enquete von 1975 bezieht. Damals löste man die großen Kliniken auf und ging zu einer Betreuung in kleinen Wohnheimen oder durch aufsuchende Hilfen über.


Zuordnung des Themas im Verband:

Fachbereich Sozialpsychiatrie
Fachgruppe Behinderung und Rehabilitation (Fachgruppenleitung: Thomas Tenambergen)

Ansprechperson

Andreas Langer
Andreas Langer
Fachreferent Sozialpsychiatrie

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