Ausschnitt aus einem Gebärdenvideo, das auf mädchensicherinklusiv-nrw.de zur Verfügung steht

Gewalt gegen Mädchen mit Behinderung

Internetportal hilft bei Gewaltprävention und -schutz

Ein bundesweit einzigartiges Internetportal gibt es beim Mädchenhaus Bielefeld, Mitgliedsorganisation im Paritätischen NRW. Unter www.mädchensicherinklusiv-nrw.de finden Mädchen und junge Frauen mit einer Behinderung oder chronischen Erkrankung Informationen und Hilfeangebote zur Prävention von und zum Schutz vor Gewalt. Durch eine  Beratung per Chat, E-Mail oder Telefon haben sie außerdem einen direkten Draht zu den Unterstützungsangeboten.

Mädchen und Frauen mit Behinderung sind besonders häufig Opfer von Gewalt. Die Studie „Lebenssituation und Belastungen von Frauen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen in Deutschland“ des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend aus dem Jahr 2013 hat ergeben, dass beispielsweise Frauen mit geistigen oder körperlichen Einschränkungen zwei bis dreimal häufiger Opfer von sexualisierter Gewalt werden als der Durchschnitt der weiblichen Bevölkerung. Die Gründe hierfür sind vielfältig: eine möglicherweise eingeschränkte Abwehrfähigkeit, ausgeprägte Abhängigkeitsverhältnisse zu anderen Menschen, ein geringes Selbstwertgefühl oder Tabuisierung von Sexualität. Auch Verständigungs- und Verständnisschwierigkeiten und ein Mangel an Information über Selbstbestimmung und sexuelle Selbstbestimmung spielen eine Rolle.

Möglichst viele Mädchen erreichen


Die Inhalte auf www.mädchensicherinklusiv-nrw.de orientieren sich eng an den Bedürfnissen und Bedarfen der Zielgruppe. Sie wurden so aufbereitet, dass sie für möglichst viele Mädchen und junge Frauen zugänglich sind. Es gibt eine Version der Internetseite in leichter Sprache, Informationen auf Türkisch und Videos in Gebärdensprache.

Selbstbestimmtheit fördern


Das Portal soll die Selbstbestimmtheit von Mädchen und junge Frauen mit einer Behinderung oder chronischen Erkrankung unterstützen und zu einem verbesserten Schutz vor Gewalt beitragen. Es ist Teil des Projektes „Mädchen sicher inklusiv – Gewaltprävention und Gewaltschutz für Mädchen und junge Frauen mit Behinderung/chronischer Erkrankung“ des Mädchenhauses Bielefeld und wird durch das NRW-Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter gefördert.