Frau mit weißem Kittel schüttelt Hand einer Seniorin

Arztbesuch erleichtern

VdK NRW kritisiert Mangel an Ärztinnen und Ärzten sowie an barrierefreien Praxen

Nicht für alle Menschen in Nordrhein-Westfalen ist der Zugang zur medizinischen Versorgung so einfach. Vor allem in ländlichen Regionen und im Ruhrgebiet mangelt es an niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten. Ein weiteres Problem: Viele Praxen sind nicht barrierefrei und somit für Menschen mit körperlichen Einschränkungen nicht zugänglich. Der VdK NRW, Mitgliedsorganisation im Paritätischen NRW, fordert daher ein Umdenken und umfassende Förderprogramme.

„In den nächsten zehn Jahren könnten hierzulande rund 3.500 Hausärzte in den Ruhestand gehen. Das ist vor allem im ländlichen Bereich, aber auch für die Menschen im Revier ein großes Problem“, macht Horst Vöge, der Vorsitzende des VdK NRW, deutlich. „Durch die Willkür der Bedarfsplaner müssen sich im bundesweiten Vergleich der Metropolen im Ruhrgebiet deutlich mehr Einwohnerinnen und Einwohner einen Mediziner teilen – diese sogenannte 'Sonderregion' gehört endlich abgeschafft!"

Forderung an die neue Landesregierung


Der VdK NRW macht deutlich: Je nach Wohnort kommen in unserem Bundesland zwischen 2.433 und 1.109 Einwohner auf einen Hausarzt. Um eine gleichwertige, flächendeckende Gesundheitsversorgung sicherzustellen, müsse die neue Landesregierung schnellstmöglich Förderprogramme für strukturschwache Gebiete auf den Weg bringen. Vöge dazu: „Ohne gezielte Anreize fehlen Mediziner gerade dort, wo sie am meisten gebaucht werden - in Stadtteilen mit vielen ärmeren und älteren Menschen, die statistisch gesehen besonders häufig erkranken.

Mangel an Barrierefreiheit bedeutet keine freie Arztwahl


Der VdK NRW kritisiert darüber hinaus, dass es einen erheblichen Mangel an barrierefreien Praxen gibt. „Für die rund 640.000 Pflegebedürftigen kann von freier Arztwahl keine Rede sein“, macht Vöge deutlich. „Solange in der Privatwirtschaft das Prinzip Freiwilligkeit gilt, stellen Treppen, Stufen und Untersuchungsmobiliar weiterhin unüberwindbare Hindernisse für Patienten mit körperlichen Einschränkungen dar.“ Vöge weist außerdem darauf hin, dass für die Behandlung von Menschen mit Sinnesbeeinträchtigen oder geistiger Behinderung besondere Kenntnisse und Fähigkeiten notwendig sind. Diese müssten sowohl im Medizinstudium als auch in der praktischen Ausbildung für Gesundheits- und Pflegefachberufe systematisch vermittelt werden.